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 Rubina "Rubin" Harper

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Rubina Harper

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BeitragThema: Rubina "Rubin" Harper   So Jul 26, 2015 5:16 pm



RUBINA „RUBIN“ HARPER
Sometimes it's crazy to fight for what you believe!



Who I am
... and who I wanna be.


Ein oder zwei Minuten vergingen, doch für Rubin war es schon eine gefühlte Ewigkeit. Er hasste es zu warten. Im nächsten Moment klopfte es dann erneut. Das musste der Termin sein. Eine junge Frau trat ohne Aufforderung herein, sie war vielleicht gerade erst mal 19 Jahre alt. Sie sah nicht aus wie eine Reporterin. Ihr Haar war leicht wellig, in den verschiedensten Blondtönen gehalten und ging ihr etwa bis zu den Schulterblättern. Ihre Gesichtszüge waren weich, ihre Figur sehr weiblich. Ihre Kleidung war leger, nur ein grauer Pulli, eine dunkelblaue Jeans und schwarzweiße Chucks. Die junge Frau bemerkte, wie sie beobachtet wurde, doch das schien sie nicht zu interessieren.
„Guten Tag“, begann das junge Mädchen, während sich ihr ein breites Grinsen auf die Lippen schlich, „Ich bin Aki, ich interviewe dich heute.“ Rubin hob eine Augenbraue als er die junge Frau vor sich betrachtete – wie sie ihn anlächelte und ihn begrüßte. Dafür, dass sie ihn hatte warten lassen, war sie aber ziemlich gut gelaunt – im Gegensatz zu ihm selber. Er zuckte nur mit den Schultern und lehnte sich auf dem Stuhl, auf dem er saß, entspannt zurück. Zumindest, soweit er in dieser Situation entspannt sein konnte. „Dann mal los“, begann er ohne eine Begrüßung. Wenn es nach ihm ginge, wollte er das Ganze hier so schnell wie möglich hinter sich bringen. Aki bemerkte sofort, wie schlecht gelaunt Rubin war, doch sie interessierte es kein Stück. Sie war einfach nur hier, um alle kleinen Details aus ihm herauszukitzeln, eben jene Infos, die er nicht preis geben wollte – vielleicht sogar solche Infos, die nicht mal Gwin von ihm hatte. Und die hatte ihn doch sogar erfunden! Leise kicherte sie in sich hinein. Das konnte noch lustig werden!
„Na gut, kleines mürrisches Etwas ~“, säuselte sie, „Also, lass mich das mal kurz für unsere Leser zusammenfassen: Dein Name ist Rubina Harper – allerdings hasst du diesen Namen und wirst am Liebsten Rubin genannt. Das kann ich verstehen, ich hätte als Kerl auch nicht gerne einen Mädchennamen ~. … Na ja, weiter im Text: Du bist 19 Jahre alt und am 13. März 1986 zur Welt gekommen. Dein Geschlecht ist männlich und einen Beruf hast du nicht. Armer Junge, wie lange sitzt du wohl noch in der Klapse? Wie heißt die Klapse noch mal? … Ach ja! „Die erfundene Wirklichkeit“! Da ist sogar noch jemand den du kennst, nicht wahr?“ Nun schlich sich ein Grinsen auf ihre Lippen. „Möchtest du nicht selbst etwas zu deiner Sexualität sagen? Ach – und wenn wir gerade schon dabei sind, sag uns bitte auch noch, ob du gut, neutral oder böse gesinnt bist – nur fürs Protokoll!“, damit war Akis Redeschwall vorerst beendet.
Rubin musterte Aki vor sich. Als sie anfing zu reden, weiteten sich seine Augen. Was zur Hölle war das denn bitte? All diese Daten, die sie da nannten, stimmten. Bei seinem vollen Namen zuckte er zusammen, wollte sie schon stoppen, doch sie redete schon weiter. Sein Geburtstag, sein Alter... Sie wusste sogar, dass er in der Klapse saß. Woher das denn bitte? Als sie auf die zweite Person zu sprechen kam, die er aus der Klapse kennen sollte, konnte er sich schon denken, wen sie meinte: Castiel. Aber wie kam sie bitte auf ihn? Wenn sie ihn überhaupt meinte... Langsam schüttelte er den Kopf, kaum merklich, und richtete sich etwas auf als sie ihm wieder Fragen stellte. „Sexualität.... Ich stehe auf Frauen und Männer, reicht das?“, gab er bissig zurück. Was interessierte es dieses Weib bitte, auf was für Menschen er stand und zu wem er sich hingezogen fühlte?! „Und Gesinnung würden mich viele wohl als böse bezeichnen.“ Ein Grinsen umspielte seine Lippen. Oh ja, für viele war er der böse Junge, doch in seinem Herzen schlummerte auch eine sanftere Seite, die kaum einer kannte.
Ein noch breiteres Grinsen trat auf Akis Lippen. Sie konnte hören beziehungsweise lesen, was Rubin dachte. Immerhin war sie in der Lage dazu, diesen Text selbst zu verfassen und zu lesen. Sollte sie es ihm schon verraten? Nein, das war definitiv zu langweilig. Das konnte sie immer noch als Bombe platzen lassen. „Frauen und Männer? Nein, nein! Im Moment hast du doch nur Augen für einen! Und wehe, du lügst jetzt. Ich möchte, dass du jetzt von Castiel sprichst – und wenn es nicht positiv und gefühlvoll, dann setzt es was!“, drohte sie ihm lasch, doch ihre blauen Augen funkelten ihn bedrohlich an.
Also hatte er Recht gehabt, sie meinte Castiel. Alleine schon, als er den Namen seines Freundes hörte, schlug sein Herz schneller. Er würde es nie zugeben, aber dieses Weib hatte Recht. Im Moment hatte er wirklich nur Augen für den Jungen, den er in der Klapse kennen gelernt hatte. Rubin wusste nicht, was er an dem Anderen so anziehen fand; ja, warum er ihn gar liebte. Liebe war für ihn nie etwas gewesen, was wichtig war. Aber Castiel hatte sein Herz erobert und gestohlen. Und bei ihm störte es Rubin auch nicht. Niemand wusste etwas von ihrer Beziehung, denn sie machten keine Schlagzeilen daraus. Und sicherlich würde er jetzt nicht damit anfangen. Ein Lachen entwich ihm. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst, okay? Können wir einfach fortfahren?“, er wollte vom Thema los kommen, ehe seine Gedanken sich zu sehr auf seinen Freund fixierten.
Ein breites Grinsen – noch viel breiter als alle anderen zuvor – trat auf Akis Lippen. Ein Quieken entwich ihr. Nur Eingeweihte wussten, dass das ein Geräusch war, das sie von sich gab, wenn sie mal wieder einen Fangirl-Anfall erlitt. „Na gut, wie du meinst“, gab sie dann nach.


Look me in the eye
... and tell me what do you see.

„Nun gut, jetzt kommen wir zum Aussehen“, wieder wurde Akis Grinsen eine Spur breiter, „Also, du bist 1,90 m groß, wiegst passend dazu 88 kg. Deine Haare sind rot und deine Augen dunkelblau. … Okay, das wird wohl auch jeder sehen, der nicht gerade blind ist. Nun gut, kommen wir zu den wirklich interessanten Dingen. Klingt „Besonderheiten“ nicht schon toll?“ Aki kicherte in sich hinein und wartete auf Rubins Reaktion. Rubin verdrehte die Augen, hörte Aki zu, wie sie offensichtliche Fakten zusammen fasste. Hier und da nickte er, bestätigte somit ihre Worte. Bei ihrer Frage aber zögerte er, hielt inne. Sein Kopf legte sich leicht schräg. „Besonderheiten.....?“, gab er zögernd von sich. Zögerlicher, als es hätte sein müssen. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl, dass Aki wieder nachboren würde wie eben bei Castiel.
Akis Grinsen dagegen wurde langsam fieser. „Ach, dazu haben wir einen besonderen Gast“, verkündete sie, „Gwin, bitte zeige ihm was hinter Tür Nummer Eins ist!“ Jetzt war Rubin vollkommen verwirrt. Was hatte das denn jetzt zu bedeuten? Ehe er sich versah, tauchte eine weiter Frau auf. Wie aus dem Nichts, oder war sie schon immer da gewesen? Sie hatte dunkelbraune Haare, die ihr bis zur Schulter reichten; na ja – fast. Wie die Damen im Fernsehen trug sie ein rotes Cocktail. Das Grinsen auf ihren Lippen glich dem von Aki. „Aber natürlich doch“, gab sie mit sanfter Stimme zurück, während ihr Grinsen einer fiesen Maske glich, ehe sie die Tür zum Zimmer öffnete. Und was Rubin dann sah, verschlug ihm die Sprache. „C-Castiel?!“
Hinter der Tür, die Gwin geöffnet hatte, stand nun ein Junge, der nur etwas jünger war als err selbst. Eine rötliche Farbe zierte seine hellen Wangen, machte deutlich, dass es ihm auch peinlich war, hier zu sein. Doch man hatte ihn bestochen – oder viel mehr seine dunkle Seite. Castiel besaß noch eine zweite Persönlichkeit, die sich selbst „Elias“ nannte – und Elias hatte eine große Schwäche für Zartbitterschokolade, von der Aki natürlich wusste. Das hatte sie ausgenutzt und so Cas' dunkle Seite dazu bewegt, ihn dazu zu bringen, hier aufzutauchen. Langsam ging Castiel zu seinem Freund hin und hauchte ihm schüchtern einen Kuss auf die Wange. Das gehauchte „Hi“ war nur für Rubins Ohren bestimmt. Ehe noch jemand etwas sagen konnte, sprach Aki weiter: „So, bei Besonderheiten geht es ja um deinen Körper, also los! Zieh dich aus! Castiel wird dir auch dabei helfen ~“ Ein seltsames Glitzern trat in Akis blaue Augen – ein weiteres Anzeichen eines Fangirl-Anfalls. Rubin war einfach nur überfordert. Was machte sein Freund hier?! Ehe er reagieren konnte kam Castiel schon auf ihn zu und hauchte ihm einen kurzen Kuss auf die Wange. Eine Geste, die Rubin jetzt schon vermieden hätte, doch er war zu verwirrt um zu reagieren. Nur sein Körper schauderte leicht, als er Castiels Stimme neben seinem Ohr vernahm. Alles andere reagierte erst, als Aki wieder das Wort erhob. „Er so... - was?! Bist du jetzt vollkommen verrückt geworden?!“ Sein Herz raste. Natürlich liebte er es, von seinem Freund ausgezogen zu werden, natürlich noch mehr wenn er ihn die Klamotten vom Körper strich, und unanständige Sachen mit ihm anstellen konnte – aber das war eine ganz andere Sache als das hier. „Vergiss es, Aki!“
Aki grinste nur wieder breit, sie war nicht weit entfernt von einem endgültigem Ausbruch ihrer Fangirlritis. Auch Gwin erschien es nicht anders zu gehen, doch bevor Aki etwas sagen konnte, erhob Castiel seine Stimme: „D-Dabei mache ich nicht mit! Niemand soll Rubin nackt sehen – das darf nur ich!“ Sein Blick wurde fast wütend, als er schon beinahe besitzergreifend seine Lippen auf die Rubins legte. Es war jedoch nur ein wilder, verwegener Augenblick, dann löste er sich auch schon wieder und machte sich aus dem Staub, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Castiels Worte drangen an seine Ohren und schon im nächsten Moment lagen dessen Lippen auf seinen. Sein Herz begann zu rasen. Oh, wie er es liebte, wenn Castiel so war, ihn als Sein markierte, als seinen Besitz verteidigte. Die Küsse, die er ihm dann immer schenkte, waren einfach ein Traum. Jedoch war dieser Traum schnell vorbei, denn schon war Castiel wieder verschwunden und ließ einen völlig überforderten, von seinen Hormonen gesteuerten, Rubin zurück. „Ich... habe... keine Besonderheiten...“, brachte er leise hervor und starrte noch auf die Tür, durch die Castiel verschwunden war.


Nobody is perfect
Am I "nobody"?

Akis Blick folgte dem Rubins. Ein fettes Grinsen zierte ihre Lippen. „Ach, ihr seid auch einfach nur zu süß ~“, säuselte sie und kicherte wieder leise. Rubin verdrehte genervt die Augen. Dann setzte Aki jedoch eine ernste Miene auf. „So, nun machen wir mal weiter im Text“, begann sie, „Ich hätte gerne, dass du nun deinen Charakter beschreibst. Also, was dich im Inneren bewegt, was dich auszeichnet, und so.“ Abwartend musterte sie ihn. Rubin verschränkte die Arme vor der Brust und wendete sich ab. Einen Teufel würde er tun und dieser Aki erzählen wie er so tickte, was in seinem Inneren vor sich ging. Was ging es sie überhaupt an? Niemand, außer Castiel, wusste wie er wirklich war. Alle sahen in ihn den bösen Jungen. Im Grunde war er das auch, denn er liebte es andere leiden zu sehen – außer seinem Freund verstand sich. Auch dessen dunkle Seite würde er nie wirklich quälen, immerhin gehörte Elias zu Castiel dazu. Doch was seine sonstigen Mitmenschen anging, dachte er schon gerne einmal darüber nach wie es wäre, sie zu quälen; sie zu foltern und unter Schmerzen liegen zu lassen. Es würde ihm ja schon reichen, kleine körperliche Schäden anzurichten. Es musste ja nicht gleich auf die psychische Schiene gehen, obwohl ihm das am meisten Spaß machte. Ja, er war ein kleiner Sadist – ein kleiner, großer Sadist. Doch er konnte nichts dafür, dass dieses Denken den größten Teil seines Handels beeinflusste. Vor allem liebte er es, dieses Bild für die Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Niemand sollte wissen, dass er tief in seinem Herzen doch ein einfühlsamer junger Mann war, der einfach selber seelisch am Boden lag, da er nie sein durfte, wer er wirklich war, und in eine Rolle gezwängt wurde, die ihm viel zu eng war. Auch hatte es niemanden zu interessieren, dass er – zumindest für Castiel – alles geben würde. So egal ihm andere Menschen auch waren, so sehr würde er alles für seinen Liebsten tun – alles. Nein, seine gutherzige Seite, die er so gut es ging versuchte zu verstecken, durfte nur Castiel sehen.
Aki schüttelte den Kopf, und seufzte enttäuscht. Dass das nur gespielt war, wusste natürlich nur sie selbst. „Du wirst mir nicht antworten, oder?“, fragte sie nach. Natürlich hatte sie gehört beziehungsweise gelesen, was Rubin gedacht hatte, aber das wusste der Rotschopf nicht. Sollte sie es ihm sagen? Nein, lieber noch nicht, obwohl es sich irgendwann doch nicht mehr vermeiden ließ. „Na ja, egal, machen wir einfach weiter: Nenne mir jetzt bitte 5 Vorlieben und 5 Abneigungen von dir – und go!“, Aki bewegte ihren Arm hinunter und es sah aus, als würde sie ein Startzeichen geben. Mit hochgezogener Augenbraue beobachtete er die Armbewegung und legte leicht seinen Kopf schräg. Wollte sie sich über ihn lustig machen. Ein Knurren entwich ihm. Vorlieben? Abneigungen? „Muss das wirklich sein?“ Was ging es sie an was er liebte? Was er verachtete? Aber etwas wusste, dass sie niemals Ruhe geben würde, also gab er sich geschlagen. „Nun gut, da du eh nicht aufhören würdest zu nerven... Also, meine Vorlieben sind Schmerzen anderer Menschen -“ Sex, Castiel – diese Vorlieben nannte er ihr aber sicher nicht... „- Kekse und das Leben als Einzelgänger.“ Es interessierte ihn nicht, dass er ihr nur drei genannt hatte. Ohne darauf zu warten, dass sie vielleicht Einspruch erhob, zählte er seine Abneigungen auf. Tränen, aufdringliche Menschen wie dich, nervige Fragen, Zärtlichkeit und Nächstenliebe.“ Dass er mit Castiel manchmal Momente hatte, wo sie wirklich zärtlich miteinander umgingen, musste Aki ja nicht wissen.
Aki grinste. Ja, eigentlich hatte sie alle Antworten. Deshalb widersprach sie auch nicht. Dennoch konnte sie sich nicht verkneifen, wieder verzückt aufzuquieken. „Du bist ein kleiner Lügner, Rubin“, sagte sie einfach nur – erklärte aber nicht, was genau sie damit meinte. Doch Lügner? Wieso war er ein Lügner? Frauen waren wirklich schon eine merkwürdige Rasse, dies musste er wieder einmal feststellen. „Und jetzt hätte ich gerne jeweils 5 Stärken und Schwächen von dir ~“, verkündete Aki dann und schloss ihren Mund wieder, damit Rubin sprechen konnte. Ein leises Seufzen entwich ihm. Stärken und Schwächen – sein Charakter also. „Stärken, nun -“ Ein breites Grinsen umspielte seine Lippen. „Ich bin selbstbewusst, überzeugend, selbstständig -“ - treu und loyal, zumindest Castiel gegenüber. „Und Schwächen... Die gehen dich nichts an.“ Nein, es ging sie nichts an, dass er eine große Schwäche für seinen Freund hatte, aber auch für dessen dunkle Seite Elias. Es hatte sie nicht zu interessieren, dass er leicht bestechlich war, wenn man ihm die richtigen Angebote machte. Seine Vergangenheit als Mädchen und das Problem, nicht gut Vertrauen fassen zu können, sowie damit nicht umgehen zu können, wenn er die Kontrolle über Etwas oder Jemanden verlor, waren auch so seine Schwachstellen. Aber dies alles würde er ihr nie erzählen.
Aki schüttelte den Kopf. Wüsste sie nicht, was in Rubins Kopf vor sich ging, würde sich dieses Interview wirklich als sehr schwierig herausstellen. Zum Glück besaß sie aber die Macht einer RPG-Spielerin, was diese ganze Sache hier doch recht vereinfachte. Dann nickte sie jedoch nur. „Na wenn du meinst“, meinte sie, „Dann wollen wir uns auch nicht mit Sachen aufhalten, auf die du eh nicht antworten wirst, was?“ Akis Grinsen wurde verheißungsvoll. Man konnte schon fast sehen, dass sie mehr wusste, als sie zugab. Dann – ohne auf Rubins Antwort zu warten – fuhr sie einfach fort. „Also, Rubinchen, was sind deine Wünsche und Ziele?“, fragend musterte sie den Rotschopf. Rubinchen?! Ging es der noch ganz gut? Ein tiefes Knurren entwich ihm, ehe er sich aber sofort wieder beruhigte. Nun gut, Rubinchen konnte er noch eher akzeptieren als seinen ganzen Namen – Rubina. Oh, wie er diesen Namen hasste. Ein Seufzen entwich ihm. „Mein Ziel? Ganz ehrlich? Endlich aus dieser Klapse raus zu kommen.“ Dieses Mal sprach er es aus, denn es war kein Geheimnis. Seit nun gut sieben Jahren saß er hier fest – es reichte ihm. Aki nickte zufrieden. Das war doch mal eine vernünftige Antwort! Dennoch hatte sie das Gefühl, Rubin hätte den ersten Teil ihrer Frage ignoriert. „Du hast deine Wünsche vergessen!“, setzte sie nach, „Oder sind sie etwa geheim? Sind sie etwa nur auf Castiels und dein Sexleben bezogen?“ Das Grinsen der Blondine wurde leicht pervers. Okay, das wurde Rubin jetzt zuviel. Was hatte das denn jetzt bitte zu bedeuten? Diese Worte, dieses Grinsen. Anstelle etwas zu sagen wendete er sich ab, sah sie nicht mehr an. Aber sein schneller schlagendes Herz, und seine rot leuchtenden Wangen waren Antwort genug. Aki quiekte leicht auf. Oh, diese Reaktion stimmte sie doch SEHR zufrieden. Das weckte doch glatt wieder die Fangirl-Gefühle in ihr.
Doch sie konnte nicht lange in dieser Stimmlage bleiben. Nun sah sie wieder ernst aus, denn sie wusste, dass ihre nächste Frage ihr eventuell ihr Leben kosten könnte – was nicht so schlimm war, denn sie war in dieser Sphäre unsterblich, aber vermeiden wollte sie es dennoch. „Okay, der nächste Punkt wäre die Besonderheiten in deinem Verhalten“, begann sie langsam, „Hast du welche, R-U-B-I-N-A?“ Nachdem sie diese Worte ausgesprochen hatte, hechtete sie auch schon hinter ihren Sessel und streckte ihren Kopf nur so weit hervor, dass sie ihn ansehen konnte. Der ernste Blick passte ihm so gar nicht. Was hatte dieses Weib nun schon wieder vor? Ehe er sich das fragen konnte, vernahm er ihre Worte. Ihre Frage war ja noch in Ordnung, im Gegensatz zu dem, was sie danach aussprach. Kaum hatte sie ihn bei seinem ganzen Namen genannt, verfinsterte sich seine Miene. „Was. Hast. Du. Gerade. Gesagt?“ Seine Stimme zitterte, sein ganzer Körper bebte. „WIE HAST DU MICH GERADE GENANNT?! Noch einmal – UND ICH BRINGE DICH UM!“ Ohne es zu merken war Rubin von seinem Platz aufgesprungen. Ihre Frage überging er, da er gerade viel zu gereizt und zu wütend war. Oh, wenn er jetzt nur etwas hätte, was spitz genug wäre. Etwas, was überhaupt dazu dienen könnte Jemanden weh zu tun, wäre schon mehr als nur hilfreich.
Dieses Verhalten war eigentlich schon die Antwort auf Akis Frage. Rubin tickte immer so aus, wenn man ihn „Rubina“ nannte. Spätestens jetzt hatte das wohl jeder verstanden. Im nächsten Moment riss Castiel die Tür auf. Er war noch immer im Hintergrund geblieben, für genau einen solchen Fall wie diesen. Nur er konnte Rubin dann meistens beruhigen. So schritt er schnell auf ihn zu und legte seine Arme von hinten um seinen Freund. Sanft und beruhigend flüsterte er ihm ins Ohr: „Ganz ruhig, Rubin... Niemand will aus dir ein Mädchen machen. Aki meinte es nicht so, beruhige dich, Liebster.“ Um seinen Worten Ausdruck zu verleihen suchten seine Lippen die seinen. Ehe er etwas tun konnte, wurde die Tür aufgerissen und Castiel erschien wieder im Raum. Doch Rubin nahm es nur am Rande wahr. Noch immer war er geblendet von seiner Wut, seinem Wunsch und seinem gar Verlangen Jemanden weh zu tun. Allen voran dieser Aki, die es gewagt hatte, Rubina zu nennen. Schon spürte er aber zwei Arme um ihn und nahm einen Duft wahr, der ihm nur allzu vertraut war. Ebenso die Stimme, die ihn versuchte zu beruhigen. Allerdings setzte dies erst ein, als er Castiels Lippen auf seinen spürte. Sofort war Aki ausgeblendet und Rubins ganze Aufmerksamkeit galt seinem Freund, dessen Kuss er nur zu gerne erwiderte. Langsam löste Cas sich dann wieder. „Geht es wieder?“, hauchte er und sah ihm tief in die Augen. Rubin konnte nur nickten. Ja, langsam ging es wieder. Von einer Sekunde auf die andere war seine Wut wie verflogen – alles, wegen diesem Kuss. Ein Lächeln zierte Castiels Lippen. Ja, so gefiel ihm sein Freund schon viel besser. „Wenn du für den Rest des Interviews lieb bleibst, verspreche ich dir danach mit dir...“, begann er, dann wurde seine Stimme jedoch so leise, dass nur Rubin sie verstehen konnte. Selbst Aki konnte nichts verstehen oder gar lesen, was sie durchaus ärgerte – aber so war es halt, wenn zwei Liebende sich Worte zuflüsterten, die nicht für die Allgemeinheit bestimmt waren. Bei den Worten seines Freundes leuchteten Rubins Augen auf und ein breites Grinsen, ähnlich dem von Aki vor ein paar Minuten, umspielte seine Lippen. „Gerne...“, raunte er und sah seinem Freund dann nach, der wieder das Zimmer verließ. Dann wandte er sich Aki zu. „So, wo waren wir?“


All the years
... which have passed by.

Aki nickte nur knapp. Wundersamerweise lag nun kein Grinsen auf ihren Lippen. Ihre Miene war ernst, es war sogar nicht gespielt – welch seltsames Bild. „Okay. Ich weiß, das Thema jetzt wird dir nicht gefallen, aber ich bitte dich, mir etwas über deine Familie zu erzählen, genauer gesagt zu deine Eltern.“ Ihr Blick wurde sanft. „Du darfst natürlich auch noch etwas zu Cas sagen.“ Seine Eltern? Wollte sie ihn ärgern? Ihre ernste Miene, sowie die Tatsache, dass sie seinen Freund erwähnte, änderten gar nichts daran, dass Rubins Gesichtszüge sich noch um ein dreifaches verfinsterten. „Muss das sein?“, gab er knurrend von sich. Aki nickte nur. Sie ließ ihm keine Chance, dieser Frage zu entkommen.
Rubin wendete sich ab, wollte sie nicht ansehen. Seine Stimme war zwar ruhig, doch am Unterton konnte man klar erkennen, wie unangenehm ihm das alles war. „Meine Mutter war Mara Harper, geborene Silver. Sie wäre jetzt 39 Jahre alt und wahrscheinlich immer noch Lehrerin. Den Beruf würde auch Thomas Harper, mein ach so toller Vater, sicher noch mit seinen 44 Jahre ausüben, wenn er noch dazu in der Lage wäre....“ Mehr sagte Rubin nicht. Für einen Moment schloss er die Augen, ehe er sich zu Aki wieder umdrehte. „Und wie du bemerkt hast, gibt es dann da auch noch Castiel...“ Mit einem Mal entspannte er, wurde wirklich ruhig. Es würde keinen Sinn haben, jetzt noch ihre Beziehung zu leugnen. „Er ist mein fester Freund... das schon länger...“ Und er liebte ihn, liebte ihn mehr als er jemals vor anderen Menschen offen zugeben würde. Bei dem letzten musste Aki lächeln. Sie mochte es sehr zu hören, dass ihr Charakter so geliebt wurde. Dann machte das Spielen doch gleich noch mehr Spaß! Sie ließ ihre Charaktere zwar gerne leiden, aber ganz zerbrechen wollte sie sie auch nicht sehen. Ohne Rubin würde ihr Castiel zerbrechen, das wusste sie.
„Nun gut... Jetzt kommen wir zu einem unangenehmeren Teil. Bitte erzähle mir deine ganze Lebensgeschichte – vom Anfang bis jetzt“, fuhr sie fort. War das eben schon schlimm gewesen, hatte Rubin das Gefühl jetzt erstochen zu werden. Wollte sie das wirklich wissen? Seine ganze Vergangenheit. Anstelle wütend zu werden, oder gar aufzuspringen, gab er nur ein leises Seufzen von sich. Er würde doch eh keine Wahl haben, als würde er jetzt brav sein; für Castiel und niemanden sonst. Seine Lebensgeschichte – na gut, wie sie wollte. Dann würde er einmal anfangen. Rubin schloss seine Augen und lehnte sich Etwas zurück. „Nun, wann ich geboren wurde weißt du ja bereits. Es war kein besonderes Ereignis, wieso auch? Täglich bringen Menschen Kinder zu Welt und meine Mutter ist ja nicht die heilige Marie gewesen. Die mit ihrer angeblichen Jungfräulichkeit – Tzzz...“ Er schüttelte für einen Moment den Kopf, fuhr dann aber fort. Lange wollte er sich nicht mit seiner Geschichte herum schlagen. „An die ersten paar Monate meiner Kindheit kann ich mich, wie viele andere auch, nicht erinnern. Am liebsten würde ich meine ganze Kindheit aus meinem Gedächtnis streichen, aber das funktioniert leider nicht. So weiß ich noch jede Einzelheit, die meine Eltern mir zugefügt hatten. Alles, was sie getan hatten, um aus mir das Kind zu machen, was sie sich gewünscht hatten – ein Mädchen.“ Oh ja, und wie er sich erinnern konnte. Innerlich zog sich alles vor Wut und Hass in ihm zusammen, wenn er nur daran zurück dachte. Wie sie sein Zimmer pink gestrichen hatten und sein Spielzeug nur aus Pferden und Puppen bestand. Er wusste noch genau, wie sie ihn jede Woche zum Ballett gezwungen hatten, da es ja der Mädchensport war. Auch war er nicht verschont worden, Reitunterricht zu nehmen. Das eine Hobby hatte er im Alter von sechs Jahren angefangen, das andere im Alter von acht Jahren. Und alle hatten sie ihn für ein Mädchen gehalten, da er zum einen in den ersten Jahren auch wirklich eine etwas zierlicherer Statur hatte, aber ja auch einen sehr weiblichen Namen trug: Rubina. Passend dazu hatte man ihm rote und Rosa Klamotten aufs Auge gedrückt. Ab und an war auch weiß darunter gewesen, hellblau oder gar gelb. Aber dunkle Farben hatte er nie tragen dürfen. Auch seine Haare hatte er nie abschneiden dürfen, sodass sie ihm irgendwann bis knapp über die Schulterblätter reichten. Er hatte sie gehasst, diese langen Haare. Aber seine Eltern hatten sie geliebt. Und sie hatten es geliebt ihn zu schlagen, wenn er sich einmal nicht wie ein Mädchen benommen hatte. Und dieses Mädchen, welches er sein sollte, hatte er irgendwann versucht zu leugnen und angefangen gegen seine Eltern zu rebellieren. „Ich war knapp elf Jahre alt, als ich angefangen hatte mich nicht mehr wie Rubina, sondern wie Rubin zu benehmen. Es waren zuerst Kleinigkeiten wie meine Essgewohnheiten oder die Art auf Toilette zu gehen. Auch ansonsten versuchte ich immer weiter von dem Verhalten eines Mädchens abzuweichen. Gedankt wurde mir mit Schlägen, da ich ja ein sehr böses Kind war. Doch ich hatte die Ketten, die sie mir angelegt hatten, satt. Ich wollte frei sein, endlich frei sein und alles schlechte hinter mir lassen. So rebellierte ich an meinem zwölften Geburtstag ein letztes Mal gegen meine Eltern...“
Ein bösartiges Grinsen umspielte seine Lippen und leuchtete auch in seinen Augen. „Ich zog mir andere Kleidung an, schnitt meine Haare ab und brachte meine Eltern um als sie schliefen. Diesen Mord bereue ich bis heute nicht, denn er hat mich von ihnen befreit...“ Die Polizei hatte ihn gefunden, da Nachbarn sie gerufen hatten. Keiner hatte glauben wollen, dass ein kleiner Junge im Alter von zwölf Jahren seine eigenen Eltern umgebracht hatte. Doch als ihn Jemand, es war irgendein älterer Herr aus der Nachbarschaft gewesen, ihn 'Rubina' genannt hatte und er mit einem Messer ohne mit der Wimper zu zucken auf ihn los gegangen war um ihn zu töten, war ihnen klar, dass mit diesem Jungen Etwas nicht stimmte. Der ältere Herr war nur leicht verletzt worden und hatte diesen Angriff überlebt; etwas, was Rubin selber mehr als nur schade fand. Am Anfang hatte man ihn noch in ein Heim stecken wollen, doch entschieden hatte man sich dann dennoch für eine Klinik – die Klinik, in der er heute noch fest saß. „Seit gut sieben Jahren bin ich nun schon hier, sitze hier fest. Ich selber kapiere nicht, was man noch hier von mir will. Die Therapeuten und Ärzte kennen alle meine Lebensgeschichte, daher verstehe ich wirklich nicht, warum sie mich noch hier festhalten. Gut, ich habe vor drei Jahren einen Pfleger umgebracht. Er hatte beim Essen hinter mir gestanden und mich angesprochen. Keine Ahnung, was er gewollt hatte. Aber alleine schon die Tatsachsache, dass er mich auch 'Rubina' genannt hatte, war der größte Fehler den er hatte machen können. Und er hatte ihn mit seinem Leben bezahlt. Ein paar gezielte Stiche und sein Herz hatte nicht mehr geschlagen.“ Als hätte er vom Wetter erzählt, und nicht darüber, dass er wieder Jemanden umgebracht hatte, zuckte er mit den Schultern; ja, er wirkte beinahe schon fast gelangweilt. Alles, was ihn an diesem Mord störte, war die Tatsache, dass man ihm seit diesem Tag nur noch Plastikbesteck reichte, damit das alles nicht noch einmal passieren konnte. Langsam hatte er diese verdammte Klapse satt und wollte hier raus. Das einzige, was an diesem ganzen verfluchten Leben etwas Glanz hatte, war Castiel. Ohne ihn wäre Rubin mehr als nur aufgeschmissen in diesem Drecksloch, wie er das alles hier nannte. Er wusste immer noch nicht, wie sie beide sich überhaupt angenähert hatten, aber irgendwann waren sie so etwas wie Freunde geworden, bis es dann richtig Gefunkt hatte. Sex war auch vorher schon drin gewesen, aber richtig Gefühle waren erst seit ein paar Jahren im Spiel. Um genau zu sein, waren er und der dunkelhaarige junge Mann nun schon seit gut 1 ½ Jahren liiert – und einander mehr als treu. Nur ab und an kam es vor, dass er mit Elias schlief anstelle von Castiel, was schon die eine oder andere Eifersuchtsszene hervor gerufen hatte, aber getrennt hatten sie sich in den 1 1/2 Jahren deswegen nicht. Castiel war auch der Einzige, den er nicht umbringen würde, wenn er ihn Rubina nannte – oder eher, wenn Elias dies tat um ihn zu provozieren. Zwar spannte er sich auch an, wurde wütend und würde gerne Etwas oder Jemanden in die Luft jagen, doch an Castiel – oder Elias – lässt er es nicht aus, würde er niemals tun. „Tja, und heute ist heute. Das Leben in der Klapse ist an sich jeden Tag gleich, sodass es da nichts Spannendes zu erzählen gibt...“ Zumindest nichts, was Aki so genau wissen müsste.

Aki grinste nun wieder leicht. Natürlich hatte sie alle seine Gedanken mit angehört. War nun nicht der Zeitpunkt, ihn aufzuklären? Doch, doch, das konnte nun gut passen. „Das war's, ich danke dir, Rubinchen. Ach ja, eine Sache wäre da doch noch. Ich hab überings alles lesen beziehungsweise hören können, was du gedacht hast – Gwin sogar auch.“ Rubins Augen weiteten sich. Sie und Gwin hatten bitte was?! Ging es denen noch gut?! Er wollte schimpfen, fluchen, oder er brachte kein Wort heraus. Aki hüpfte nur grinsend davon. Kurz darauf konnte man aus der Ferne schallendes Lachen hören. Cas trat in diesem Moment zu Rubin. Er legte die Arme um seinen Freund. „Seit ihr fertig?“ Akis Lachen brachte Rubin dazu, wütend wieder aufzuknurren. Dies legte sich erst, als er die Arme seines Freundes spürte. „Ja...sind wir – endlich!“ Cas quittierte das nur mit einem Lächeln. Kurz setzte er seine Lippen an sein Ohr an: „Wollen wir dann~?“ Ein Schaudern erfasste seinen Körper, während seine Lippen ein breites Grinsen umspielte. Anstelle einer Antwort zog er seinen Freund in einen innigen Kuss. Und ab hier wurde das ganze Schauspiel von Aki und Gwinny zensiert. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!


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