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Eliam Sonozaki

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BeitragThema: Now    Mo Okt 30, 2017 7:39 pm

Eliam & Lisias | #Nr. 01

später Nachmittag | Imbiss 'Starlight' {Azalea City



Ungeduldig trommelte er mit seinen Fingern auf den Tisch und ließ seinen Blick immer wieder von seinem Handy zu der Tür wandern und wieder zurück. Wo blieb er denn nur? Das Glas mit dem Wasser hatte er schon halb leer getrunken, was eigentlich sein Plan gewesen war. Er selbst war schon fast zu spät gewesen, da aber seine Verabredung noch nicht da gewesen war, hatte er sich schon einmal ein Getränk bestellt um etwas runter zu kommen. Denn wenn Eliam eines gemacht hatte, dann um sich abzuhetzen, damit er es pünktlich von seiner Unterkunft zum Imbiss schaffte um so viel Zeit wie nur möglich mit Lisias zu verbringen. Immerhin würde die Band heute wieder weiter reisen. Ein leicht genervtes Seufzen entwich ihm. Wo blieb sein Freund denn nur? Sie hatten sowieso schon so wenig Zeit, warum mussten sie davon so sinnlos etwas verschenken? Zudem will ich dir noch ein Geschenk geben... Ein Geschenk, welches er behutsam in seiner Hosentasche aufbewahrte. Der Sommer neigte sich dem Ende zu, sodass Eliam schon eine lange Hose, aber ein kurzes T-Shirt trug. Die Hose war eine eng anliegende Jeans, die in einem dunklen Blauton gehalten wurde, während das T-Shirt ein weißes war; schlicht und einfach nur weiß. Es war etwas weiter als sonst und auch seine Haare waren etwas zerzaust, wenn sie auch nicht gerade aussahen, als hätte er in eine Steckdose gefasst. Auch seine Augen hatte Eliam nicht gemacht, auch wenn er wusste, dass die Medien dies gewiss an ihm zu bemängeln haben würden, sollten Fotos geschossen werden. Und das würden sie – heimlich, aber sie würden es. Er seufzte erneut, während das Trommeln seiner Finger immer energischer wurde. Natürlich wollte er gut aussehen für Lisias, keine Frage und er wollte auch nicht, dass sein Freund darunter zu leiden hatte, wenn die Zeitungen und Reporter schlecht über ihn herzogen, weil er einmal sich nicht fertig gemacht hatte. Und in deren Augen nicht gut für den Sänger aussah. Aber am Ende zählte für Eliam, wie Lisias ihn sah und von diesem wusste er, dass er ihn auch mochte, wenn er einfach nur ein zu weites Hemd tragen würde. Und wenn er sich noch fertig gemacht hätte, hätten sie nur weitere Zeit verloren.
Zeit, die ihnen jetzt ebenfalls durch die Finger lief und die nicht aufgehalten werden konnte.
Eliam umschloss sein Glas und starrte das Glas an. Sechs Monate war er schon mit Lisias zusammen. Sie hatten sich in der Zeit nicht oft gesehen, doch hielt ihre Beziehung. Und wenn sie sich mal sahen, dann fielen sie meistens übereinander her. Es endete nicht immer im Sex, aber Lust und Verlangen war dabei. Doch Eliam genoss es am meisten, wenn er danach in den Armen des Sängers lag, sie einfach zusammen spazieren gingen und einander nahe waren. Dass er Lisias ansehen und ihm zuhören konnte, wenn er von seinen Konzerten und Erfahrungen berichtete. Es schmerzte, wenn das Wort zu sprechen kam auf die Personen, mit denen er schlief, wenn sie nicht zusammen waren. Diesen Schmerz allerdings  akzeptierte der junge Trainer allerdings und schluckte ihn herunter. Denn Lisias sprach mit ihm, betrog ihn nicht – es war alles abgesprochen und geklärt. Das änderte dennoch nichts daran, dass die Eifersucht ihn jedes Mal auffraß. Wenn sie zusammen waren weniger, wenn sie nur miteinander telefonierten umso mehr. Seit ihren letzten Treffen waren nun zwei Wochen vergangen – ein sehr kurzer Abstand. So hatten sie sich dazu verabredet, sich in dem Imbiss zu treffen, wo Eliam seinen ersten Kuss an den brünetten Sänger verloren hatte. Da, wo alles zwischen ihnen angefangen hatte. Was schön war, aber dadurch geschmälert wurde, dass ihnen nicht mehrere Tage oder auch ein ganzer Tag, sondern maximal zwei Stunden zur Verfügung standen. Eine Stunde und gut vierzig Minuten... Denn immer noch fehlte von Lisias jegliche Spur. Eliam wollte gerade sein Handy nehmen und ihn anrufen – war ihm etwas dazwischen gekommen? War vielleicht etwas passiert? - als im nächsten Moment sich die Tür zum Imbiss öffnete.

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Zuletzt von Eliam Sonozaki am Di Okt 31, 2017 12:01 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lisias Karadimas

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BeitragThema: Re: Now    Mo Okt 30, 2017 10:48 pm

So ein Mist! Lisias war verdammt spät dran. Seine schönen braunen Augen glitten zur großen Turmuhr. Schon vor ca. 20 Minuten hatte er sich eigentlich mit Eliam am Ort ihres ersten Dates treffen wollen, doch etwas Unberechenbares war da zwischen gekommen. Wenn Lisias zu seinem Knöchel herunter sehen würde, würde er vermutlich fröhlich angebellt werden von Harus kleinem Schutzengel, Ronja. Der Welpe schien noch nicht ganz verstanden zu haben, was hier los war. Haru glaubte eine Allergie gegen Ronja entwickelt zu haben, weshalb er sie abgegeben hatte. In die Obhut des sexbesessenen, selbstverliebten, aber doch sehr pokémonfreundlichen Sängers. Das Weibchen ahnte noch nichts von ihrem traurigen Schicksal, hielt sie es doch bis jetzt nur für ein Spiel. Haru würde sie abholen kommen, solange durfte sie Zeit mit Lisias verbringen. Das war doch wunderbar, es gab nichts zu bemängeln! … Wie sehr sie sich noch irren würde. Die beiden jungen Männer hatten es versucht, dem Gestein-Pokémon klar zu machen, dass es Haru so bald nicht wiedersehen würde. Doch diese war nur fröhlich um Harus Beine herum gelaufen, hatte gebellt und mit ihrem flauschigen Schwanz gewedelt. Es würde bitter für das Weibchen werden, sobald es die Wahrheit herausfinden würde. Die Trauer würde schleichend kommen. Haru ist aber schon lange weg. … Wann kommt er wieder? … Hat er mich vergessen? Tausende Fragen würden ihr durch den Kopf wandern und doch konnte sie sich nur durch ein Jaulen verständlich machen. Selbst wenn Lisias versuchen würde, es ihr in dieser schweren Stunde erneut zu erklären, so würde sie es doch nicht verstehen. Doch der Sänger hatte seinem Freund geschworen, auf den Welpen Acht zu geben, so würde er ihr durch die schwere Zeit hindurch helfen. Gemeinsam mit Ronja konnten sie Haru vermissen und um ihn trauern, bis sie ihn dann endlich wiedersehen würden.
Der Glockenschlag der großen Turmuhr holte Lisias' Gedanken zurück in die Gegenwart. Ach ja, er war ja unterwegs zu seinem festen Freund! Als wäre er der blaue Igel der Geschwindigkeit persönlich nahm er die Beine in die Hand und machte sich zum Imbiss auf, welcher direkt in der Nähe des Azalea-Doms lag. Er fiel beinahe buchstäblich mit der Tür ins Haus, ehe er sich neben seinen Freund setzte. Ohne ein Wort der Begrüßung legte er seinen Arm um dessen Hüfte, zog ihn näher zu sich und verband ihre Lippen zu einem Kuss. Ein war ein kurzer, stürmischer, aber doch von Liebe getriebener Akt der Zweisamkeit. Als Lisias ihn wieder löste, legte  er seinen Zeigefinger auf die Lippen seines Freundes und bat ihn somit, still zu sein.
„Bevor du etwas sagen oder mich anschreien willst“, begann er sich zu erklären, „erkläre ich dir, warum ich zu spät bin – oder besser sie tut es.“ Bevor seine Worte Unverständnis ernteten, hob er Ronja hoch und hielt diese vor Eliams Gesicht. Der Welpe wedelte fröhlich mit seinem Schwanz und leckte Eliam einmal zur Begrüßung durch das Gesicht, jedoch darauf bedacht nur seine Wange zu treffen.
„Erinnerst du dich? Das ist Ronja, Harus Begleiterin. Er hat... nun ja... uns aufgrund von seiner gesundheitlichen Verfassung verlassen. Ich passe auf sie auf. Das ist mir dazwischen gekommen.“
Lisias beugte sich vor, ehe er nahe bei Eliams Ohr war.
„Du darfst nicht denken, dass ich dich nicht sehen wollte. Denn vermisst habe ich dich sehr~.“
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Eliam Sonozaki

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BeitragThema: Re: Now    Di Okt 31, 2017 7:51 am

Eliam & Lisias | #Nr. 02

später Nachmittag | Imbiss 'Starlight' {Azalea City


Als sich die Tür zum Imbiss öffnete, schnellte Eliams Kopf sofort hoch. Seine Augen, die zuvor noch das Display seines Handys fixiert hatte, richteten sich nun auf den Eingang. Seine Hand, die das Handy hielt, betätigte wie automatisch den Knopf, welcher die aufgerufenen Kontakte mit einem schwarzen Schatten überdeckte, als er die Person erkannte, die den Imbiss betreten hatte. Na endlich! Lisias wirkte gehetzt – vermutlich hatte er sich mehr oder weniger abgehetzt. Irgendwie automatisch huschten die smaragdgrünen Augen mit ihrem Blick an dem brünetten Sänger vorbei. Gerade konnte Eliam keine Paparazzi entdeckten, aber dies musste nichts heißen. Vermutlich waren sie irgendwo und hatten alles genau im Blick. Würden sie schlecht über Lisias reden? Weil er sich so abhetzte um zum Imbiss zu laufen? Wo sein Freund saß, der heute nicht den Standards der Aussehensvorschrift dieser Idioten entsprach? Und wenn schon! Es waren nur Bruchteile von Sekunden, die Eliam damit zubrachte sich mit diesen Gedanken zu beschäftigen, ehe er nun seine volle Aufmerksamkeit auf den jungen Mann richtete, der sich neben ihm auf die Sitzbank sinken ließ.
Und keine Sekunde später war alles um ihn herum vergessen.
Die Augenlider verdeckten die Iriden, als Eliam seine Augen schloss und sich voll und ganz auf diesen Kuss konzentrierte, den sein Freund ihm schenkte und den er nur zu gerne mit den gleichen innigen Gefühlen erwiderte. Sein Herz raste und instinktiv rutschte er von selbst näher zu seinem Liebsten heran, als dieser seine Hände an seine Hüfte gelegt und zu sich gezogen hatte. Leider nur war das alles schneller vorbei, als es dem jungen Trainer wirklich Recht war. So entwich Eliam ein protestierender Laut, der aber verstummte, als er den Zeigefinger des Anderen auf seinen Lippen nun spürte. Seine Augen öffnete er wieder und fixierte nun den Sänger ihm gegenüber, der nun das erste Wort an ihn richtete. Dich anschreien? Was dachte sein Freund nur von ihm? Eliam hatte sich Gedanken gemacht, ja, aber deswegen schrie er den Brünetten doch nicht an. Eher hätte er ihn gefragt, was den los gewesen sei – denn dies hatte sich nun auch erledigt. Lisias erklärte ihm schon alles – und brachte Eliam dazu, die Stirn etwas zu kräuseln, als das kleine Wörtchen 'sie' fiel. Es gab eigentlich nur ein weibliches Wesen in Lisias' Umgebung, welches Eliam sofort beim Namen nennen könnte: Alice. Die Bandkollegin seines Freundes war ihm irgendwie ein Dorn im Auge. Eliam konnte nicht sagen warum, doch spürte er Eifersucht, wenn sie irgendwie erwähnt wurde. Von seinem Freund verstand sich. Kurz huschte daher diese Emotion auch über sein Gesicht; schwach und kaum zu sehen. Dieser Ausdruck verschwand aber sofort wieder, als Lisias ihm nun zeugte, wer – oder eher was – nun wirklich mit sie gemeint gewesen war. Ehe Eliam sich versah, wurde er von einer kleinen Zunge über die Wange geschleckt. Eliam konnte nicht anders, als leicht zu lächeln. Es war ein Pokémon – nicht Alice. Arceus sei dank! Schweigend ließ er seinen Freund zuende erklären und schauderte ein wenig, als er die Stimme nahe an seinem Ohr hörte. Er drehte seinen Kopf und hauchte dem Brünetten noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor er das kleine Wuffels auf seinen Schoß nahm und Ronja über den Kopf streichelte, was dieser mehr als nur zu gefallen schien. „Ich hätte dich doch nicht angeschrien und auch habe ich nicht gedacht, dass du mich nicht sehen wolltest...“, fing Eliam nun an, „sondern war nur kurz davor dich anzurufen wo du bleibst. Ich hab mir Sorgen gemacht, ob dir etwas passiert sei. Oder ob dir was dazwischen gekommen ist. Letzteres stimmt anscheinend ja leicht...“ Sein Blick wurde nun leicht besorgt. Bei der Vorstellung von Ronja hatte er leicht genickt. Ja, er wusste wer sie war – oder hatte eher schon einmal von ihr gehört. Genauso wie er wusste, wie wichtig seinem Freund der rothaarige Drummer war - oder eher Ex-Drummer. Ganz vorsichtig setzte er Ronja neben sie beide auf die Bank und griff nach den Händen seines Freundes. Behutsam strich er über seinen Handrücken. „Geht es Haru denn...soweit gut?“ Nicht, dass der Andere aufgehört hatte, weil es ihm sehr, sehr schlecht ging. Immer noch kreiste er sanft mit seinem Daumen über den Handrücken des brünetten Sängers, während sein Blick sanft forschend auf ihm ruhte.

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Lisias Karadimas

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BeitragThema: Re: Now    Di Okt 31, 2017 12:08 pm

Die Sorgen, welche Lisias sich gemacht hatte, stellten sich bald schon als völlig unbegründet heraus. Eliam war nicht wütend auf ihn, lediglich von seiner Sorge eingenommen worden. Verständlich. Hätten sie die Rollen getauscht und Lisias hätte auf ihn warten müssen, wäre es ihm wohl nicht anders ergangen. Er hätte bestimmt auch nur hier gesessen, sowohl sein Handy als auch die Tür fixiert, bis er endlich ein Lebenszeichen von Eliam bekam. Wut war Fehl am Platz. Doch wenn Eliam diese empfunden hätte, hätte Lisias ihm dies auch nicht übel genommen. Immerhin hatte er fast eine halbe Stunde auf ihn warten müssen. Doch das war eines jener Dinge, an welche man sich gewöhnen musste, wenn mit einer berühmten und beliebten Person liiert war. Man hatte den Partner nicht für sich allein, niemals. Irgendwo gab es immer Jemanden, der den Anderen erkannte und ein Autogramm oder gar eine Umarmung haben wollte. Heimliche Fotografien wurden auch sehr gern gemacht, und das nicht nur von Paparazzi. Lisias Karadimas war für die Meisten unerreichbar, er war für manche wie eine Art Gott. Wenn man ihm zufällig über den Weg lief, gab es doch nichts Verwerfliches daran, die Himmelsgestalt einmal kurz auf dem Handy abzulichten, oder? Immerhin war es nur dieses eine Bild, Lisias würde es ganz bestimmt nicht merken. Warum sollte es ihn also auch stören? Leider war diese Denkweise sehr naiv. Lisias hatte mit Sicherheit nichts dagegen, wenn man ihm nach einem Foto fragte. Immerhin biss er – abgesehen vom Sex – nicht und kümmerte sich gerne um die Leute, die ihn und seine Band anhimmelten. Doch heimliche Fotos waren schon ein wenig störend. Sicher, eins machte nichts. Doch bei einem blieb es leider beinahe nie, immerhin gab es noch mehr Fans und auch berufliche Fotografen, die seinen Prachtkörper auf einem Bild einfangen wollten. So summierte sich dies und wurde ein wenig lästig. Nichtsdestotrotz musste Lisias sich eingestehen, dass er sich wohl schon ein wenig daran gewöhnt hatte. Wenn man so toll war wie er, musste man dieser Bürde leben.
Lisias erwiderte auf Eliams Worte nicht verbal, sondern nickte lediglich. Er war nicht wütend, also war doch alles in Ordnung. Es war alles okay? Nein, war es nicht. Die Stimme seines festen Freundes erinnerte ihn daran, was vor wenigen Minuten geschehen war. Haru hatte die Band verlassen. Ein essentieller Bestandteil Fragments war fort. Lisias biss sich auf die Lippe. James und Alice waren zwar noch ein Teil seiner kleinen Familie, doch sein kleiner Bruder, seine Liebe aus Kindheitstagen war nicht mehr in greifbarer Nähe. Ein herber Rückschlag. Sein Herz begann schneller zu schlagen, seine Hand glitt zu seiner Brust. Es war schmerzhaft, wie kleine Blitze suchte der Schmerz sich einen Weg durch den Körper des Sängers. Zwar war der Brünette sich sicher, dass Haru wiederkommen würde, doch... was wenn nicht? Was, wenn Haru mit dem Gedanken spielte, dass er ohne die Band besser dran war? Lisias schluckte schwer. Darüber sollte bzw. wollte er eigentlich gar nicht nachdenken, doch ganz ließ sich die Stimme in seinem Kopf nicht zurückhalten. Um sich selbst von den traurigen Gedanken abzulenken, erhob er seine Stimme.
„Nun ja, seinem Ohr geht es wohl nicht so gut. Ich denke aber, er schafft es wieder. Bestimmt wird sich auch seine vermeintliche Allergie gegen Ronja als fehlerhaft erweisen. Also bescheiden – könnte man sagen.“
Das war wohl eher noch milde ausgedrückt. Harus Blick hatte einen tief sitzenden Schmerz Preis gegeben, als ihre Blicke sich gekreuzt hatten. Ihm war es nicht leicht gefallen, Ronja, Fragment und die Musik hinter sich zu lassen, doch musste er sich auf seine Genesung konzentrieren. Lisias hatte Verständnis dafür, dennoch wäre es ihm lieber gewesen, wenn Haru nicht gegangen wäre.
„Ich mache mir nur um die Band ein bisschen Sorgen. Sowohl James als auch Alice hegten Gefühle für Haru. Sein Takt gibt den Grundstein für unsere Lieder vor. Wir werden so schnell niemanden finden, der auch nur ansatzweise Haru das Wasser reichen kann. Das ist ein herber Rückschlag für Fragment, für uns alle. Ich weiß noch nicht, wie wir uns davon erholen sollen.“

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Eliam Sonozaki

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BeitragThema: Re: Now    Di Okt 31, 2017 1:35 pm

Eliam & Lisias | #Nr. 03

später Nachmittag | Imbiss 'Starlight' {Azalea City


Eliam konnte den Schmerz nur erahnen, der seinen Freund heim suchte. Immerhin war es ja nicht einmal so, dass nur ein einfaches Mitglied wieder ging, welches nur kurz bei der Band vorbei geschaut hatte. Soweit Eliam es wusste, war Haru seit Anfang an mit ein fester Bestandteil des Quartetts. Zudem schien auch Lisias und den Rothaarigen eine Freundschaft zu verbinden, die auch unabhängig von der Band dagewesen wäre und sich nicht nur darauf spezialisiert hatte. Wenn so eine Person gehen musste und man sie aus den Augen verlor, dann tat das weh – keine Frage. Es waren damals andere Umstände gewesen, aber auch er hatte Mion verlassen müssen. Einen guten Freund, vielleicht sogar den besten Freund – ziehen lassen zu müssen tat weh. Und auch, wenn es gesundheitliche Gründe bei Haru waren und es ihm keiner übel nahm, war es dennoch nicht leichter. Gewiss für beide Seiten nicht. Eliam selbst hatte den Drummer ein wenig ins Herz geschlossen und selbst ihn erfasste ein kurzer Stich in der Brust, als ihm bewusst wurde, was das für die Band wohl bedeutete. Wie musste es dann erst seinem Freund gehen? Er wollte für Lisias da sein, wollte ihm irgendwie Halt geben. Aus diesem Grund nahm er seine Hände in die seinen, strich mit dem Daumen über seinen Handrücken. Ein Versuch, etwas Trost zu spenden. Ein Versuch, der anscheinend nicht ganz so funktionierte. Denn Lisias zog seine eine Hand zurück und fasste sich an seine Brust, als hätte er dort starke Schmerzen. Die er gewiss auch hatte – nur nicht körperlich, sondern psychisch. „Lisias-“, setzte er an, wurde aber von seinem Freund unterbrochen, der nun auf seine Frage einging – wie es um Haru stand. Aufmerksam hörte er zu, nickte ab und an, während er den Blick nicht von dem anderen abwandte. Etwas aber während Lisias' kleiner Rede brachte aber die Eifersucht in seinem Inneren dazu, zumindest für diesen Moment erleichtert auszuatmen – nur um sich kurz darauf wieder anzuspannen. Alice wollte was von Haru? Sicher? Oder hatte sie das nur gesagt, damit ihre Gefühle für den brünetten Sänger nicht auffielen. Reiß dich zusammen, Eliam! Seine Eifersucht half seinem Freund nun überhaupt nicht. So konzentrierte er sich wieder auf eben jenen und nahm wieder beide Hände in seine. „Ich...wusste nicht...dass Alice und James was von Haru...wollten...“ Das machte alles noch komplizierter – sollten Alices Gefühle wahr sein. Aber selbst wenn nicht und nur James hätte Interesse an dem Drummer gehabt – die Person ziehen zu lassen, die man liebt, tat noch mehr weh, als einen Freund. Eliam spürte diesen Schmerz immer und immer wieder, wenn Lisias sich von ihm verabschiedete und durch irgendeine Tür ging. Wenn er wusste, dass sein Freund in eine andere Stadt reiste um dort Konzerte zu geben, sich mit Fans zu treffen oder ein Interview zu geben. Jedes Mal wollte er ihn umarmen, ihn bitten bei ihm zu bleiben und nicht zu gehen. Jedes Mal wieder blieb er aber stumm. Denn mit dieser Bitte würde er den Träumen seines Freundes im Weg stehen – und das wollte er nicht. Er wusste, worauf er sich vor einem halben Jahr eingelassen hatte und er wusste, wie schwer das alles war. Nicht nur Lisias' Leben als Rockstar sondern auch seine Krankheit. Eliam wusste das alles, aber es machte es nicht leichter. Dennoch schluckte er alles herunter, er hatte nicht zu jammern.
Es war nun einmal sein Schicksal, wenn er der feste Freund von Lisias Karadimas war – dem Frontsänger von Fragment.
„Hör mal...“ Es machte sich ein Gedanke in seinem Kopf fest, von dem er sich erhoffte, Lisias würde ihn nicht falsch verstehen. „Ich kann verstehen, dass es für euch nicht leicht ist – keinem von euch. Und verstehe mich nicht falsch jetzt, ich will dir die Musik auf keinen Fall ausreden!“ Er drückte nun leicht die Hände des Anderen und hauchte einen Kuss auf eben jene, bevor er weiter sprach: „Aber was, wenn nicht nur Haru eine Pause macht? Er schont sein Ohr und stellt in Ruhe fest, dass er gewiss nicht allergisch auf Ronja ist – und auch ihr drei tankt etwas Kraft. Fragment ist dein Leben und es darf nicht brechen. Aber was, wenn ihr Haru unterstützt und selbst ein wenig euch ausruht? Um, wenn alles gut läuft und daran glaube ich, wieder zu viert für eure Fans auf der Bühne zu stehen? Du leidest darunter – Alice und James auch. Keinem von euch dreien wäre es nun geholfen, gezwungen gute Miene zu spielen.“ Kurz betrachtete er seinen Freund, wie dieser darauf reagieren würde. „Ihr könnt natürlich weiter für eure Fans da sein – aber wirkliche Fans würden euch gerade jetzt auch beistehen, wenn ihr alle euch eine kleine Pause gönnt. Lisias...ich rede hier nicht von Jahren, sondern vielleicht maximal drei Monaten. Bis dahin hat auch Haru sich gewiss etwas gefangen, was meinst du?“ Würde Lisias ihn verstehen? Verstehen, dass er sich nur um ihn sorgte und nicht im Weg stehen wollte?

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Lisias Karadimas

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BeitragThema: Re: Now    Mi Nov 01, 2017 12:25 am

Gewiss trugen Eliams Worte eine weise Sichtweise der Dinge inne. Es war ein guter Rat, im Grunde konnte man ihn ruhig befolgen. Fragment bestand nun einmal aus vier Mitgliedern. Da war einmal James Ashton, welcher die Band mit ins Leben gerufen hatte. Er hatte ein gutes Gefühl für die Musik und sorgte immer wieder dafür, dass es innerhalb der Band harmonisch ablief. Alice Lockhart war das große Musik-Genie. Wenn sie mit einer Komposition nicht weiter wussten, hatte sie eigentlich immer eine Idee. Und sei es, dass sie dafür ein neues Instrument würde lernen müssen. Sie beherrschte so oder so schon einige, was machte eines mehr dann aus? Zudem konnte ihre wunderschöne Stimme mit jener Lisias eine Symphonie erzeugen, die Liedern die gewisse Würze verlieh. Ihr letztlich ausgeschiedenes Mitglied Haru Sakaki war der Ruhepol Fragments. Wenn er nicht gerade am Schlagzeug saß, strahlte er das Gefühl aus, Zuhause zu sein. In seiner Nähe fühlte man sich wohl. Mit den Drumsticks in der Hand war es dann, als würde Magie wirken. Jedes Bandmitglied wusste sofort, welchen Takt es anzunehmen hatte und wann welcher Einsatz war. Harus Schlagzeugkünste waren der Leitfaden. Und zu guter Letzt war auch der wundervolle Lisias Karadimas ein Teil Fragments. Als Frontsänger und Gründer der Band stellte er das Herzstück dar, während die anderen Drei die Seele bildeten. Auch wenn die meiste Arbeit auf ihm lastete (immerhin schrieben sich die Songs nicht von selbst), war er doch angewiesen auf James, Alice und Haru. Sie führten eine symbiotische Beziehung. Es war ein reines Geben und Nehmen. Die perfekte Harmonie. Doch ein großes Teilstück hatte sie verlassen, wenn auch nur auf Zeit. Ohne Harus Vorgabe würden beim Spielen ihrer Musik auch die anderen Mitglieder Fragments aus dem Takt geraten. Eliam schien sich dieser Fakten bewusst zu sein und schlug deshalb vor, doch vorerst eine Pause einzulegen. Es war das Vernünftigste, was sie in diesem Moment tun konnten.
Leider war Lisias nicht gerade bekannt dafür, vernünftig zu sein. Er konnte zunächst auf Eliams Aussagen nichts erwidern, weshalb er nur seinen Kopf auf dessen Schulter legte und ihre Hände mit einander verschränkte. Was sollte er tun? Sollte er tatsächlich dem Vorschlag seines festen Freundes folgen und eine Künstlerpause einlegen? Alice und James würde diese Pause mit Sicherheit auch zu Gute kommen. Abgesehen von der Band hatten sie auch noch andere Verpflichtungen wie Freundschaften, welche aufgrund der Musik oft zu kurz kamen. Auch ihre Familien sahen sie nicht oft. So hätten sie Zeit, sich mal wieder um diese zu kümmern. Oder auch einfach mal nur Urlaub zu machen. Einen sehr langen Urlaub. Einerseits empfand es Lisias selbst für die beste Möglichkeit mit der Situation umzugehen. Einen neuen Drummer zu suchen war zeitaufwändig und es würde ihm doch stetig keiner genügen. Immerhin waren sie alle nicht Haru! Doch andererseits behagte es ihm nicht, keine Musik mehr zu machen. Die Band war der Inhalt seines Lebens, alles, was ihn ausmachte. Dass einfach so für ein viertel oder gar ein halbes Jahr zu pausieren, kam ihm merkwürdig vor. Wahrscheinlich tat er sich selbst am Schwersten damit, während James und Alice sich schon dafür entschieden hatten. Ein Seufzen glitt von seinen Lippen. So oder so – er konnte das nicht alleine entscheiden. Er würde sich mit den Anderen treffen und das besprechen müssen. Erst dann würden sie sich für etwas entscheiden können.
„Dein Vorschlag ist sicherlich nicht schlecht, doch gar keine Musik mehr zu machen...“ Lisias ließ den Satz unvollendet, während er seinen Kopf erneut hob und in die schönen, türkisen Seelenspiegel sah. „Jedenfalls werde ich das mit den Anderen besprechen. Wobei ich mir fast sicher bin, dass sie ebenfalls dafür sein werden.“ Er schüttelte leicht seinen Kopf, welchen er dann doch lieber wieder auf der Schulter seines Freundes ablegte. „Ich brauche Ablenkung. Sag mir, weshalb wir uns getroffen haben heute. Abgesehen davon, dass du mich wiedersehen wolltest.“ Neugierde machte sich in seinem Blick breit. Es kam nicht selten vor, dass Eliam ein Treffen von sich aus vorschlug. Doch als er dieses am Telefon ausgemacht hatte, hatte er irgendwie nervös geklungen. Etwas musste heute also anders sein als sonst.

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Eliam Sonozaki

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BeitragThema: Re: Now    Mi Nov 01, 2017 7:37 am

Eliam & Lisias | #Nr. 04

später Nachmittag | Imbiss 'Starlight' {Azalea City


In Eliam erwachte sofort der reine Instinkt zu beschützen, als Lisias nach seinem Vorschlag nichts sagte. Zumindest nicht mit Worten. Aber alleine die Tatsache, dass der Andere ihre Hände miteinander verschränkte und seinen Kopf auf der Schulter des jungen Trainers bettete, bedeutete in diesem Kontext gerade gewiss nicht, dass Lisias nach einer netten Kuschelstunde war. Diese Geste, die sein Freund vollführte, war eher der Wunsch nach etwas Halt. Es unterstrich nur die Vermutung, wie aufgewühlt und verletzt sich Lisias fühlen musste. So sollte den Anderen keiner sehen, das ging niemanden etwas an! Es war Eliam klar, dass er jetzt nicht einfach eine Art Tarnumhang über sei beide werfen konnte um sie von allen neugierigen Blicken abzuschirmen, die es gewiss irgendwo da draußen auf den Straßen gab. Es würde ihn auch nicht wundern, wenn hier im Imbiss direkt. Irgendwie musste er anders versuchen diesen Tarnumhang zu ersetzen, wenn es ihm auch nicht zu ganzen hundert Prozent gelingen würde. Aber in dem Moment, als Lisias eben seinen Kopf auf seine Schulter legte, rutschte er selber noch näher zu ihm heran und drehte sich dabei ein wenig. Gerade so, dass der Brünette noch gut so ruhen konnte, während er mit dem Rücken in Richtung der Tür saß. Es war kein kompletter Sichtschutz, aber es war dennoch ein Versuch, dem Eliam instinktiv gefolgt war. Sie hätten sich nicht hier treffen sollen, wenn er jetzt so die Umstände bedachte. Aber es war bei der Planung der Ort gewesen, wo wir am meisten Zeit miteinander hätten... Es war doch einfach nur zum verrückt werden.
Ganz behutsam löste er eine Hand, ließ die andere aber mit der von Lisias verschränkt, als dieser sich aufrichtete und ihm in die Augen sah. Besorgt erwiderte Eliam den Blick, hörte seinem Freund zu. Natürlich verstand er ihn – in jeglicher Hinsicht. Die Band und die Musik bedeutete Lisias so viel, wie ihm selber sich in Musik beim Tanzen verlieren zu können. Ihm selber waren meist Fußfesseln angelegt, die es ihm nicht ermöglichten seinen Traum zu leben. Auch, wenn er Lisias diese nicht anlegen wollte und es gewiss nicht so seine Absicht war, konnte er verstehen, wie es sich irgendwo für den Sänger anfühlen musste. Er streckte seinen Arm etwas, um ihn direkt um Lisias zu legen, als dieser wieder seinen Kopf auf seine Schulter legte. „Ich weiß....“, flüsterte er leise, drehte den Kopf und hauchte einen kurzen Kuss auf den brünetten Haarschopf, während er so gut es ging mit ihren verschränkten Händen die seines Freundes kurz mitfühlend drückte. „Rede erst einmal mit James und Alice. Ihr werdet schon einen Weg finden. Es war von meiner Seite aus nur ein Ratschlag – die Entscheidung liegt bei euch. Was es auch ist, ich stehe dir bei...“ Mehr konnte er nicht tun – auch, wenn er es zu gerne würde.
Die nächsten Worte, die sein Freund aussprach, ließen ihn nun leicht lächeln. Ablenkung war ein sehr gutes Thema. Und ja, er hatte einen Grund, weswegen er Lisias sehen wollte – noch einen anderen nebst dem, dass er sowieso jede Minute kriegen wollte, die sie miteinander verbringen konnten. Sie waren mehr als nur kostbar. Bevor Eliam allerdings ansetzen konnte etwas zu sagen, trat eine Bedienung an ihren Tisch. An sich war es nicht üblich, aber etwas schien sie wohl dazu bewegt zu haben. Sie war eine etwas ältere Person, ein wenig korpulent und mit dem freundlichsten ehrlichen Lächeln im Gesicht, das Eliam je gesehen hatte. »Darf ich euch beiden etwas bringen? Habt ihr Hunger? Durst?« Ihr Blick glitt kurz zu Lisias – nicht wie ein Fan, vermutlich sagte er ihr so eher weniger was oder wenn, dann war sie anständig genug gerade jetzt nichts zu tun. »Darf es vielleicht ein Brownie sein? Oder eine heiße Schokolade?« Sie spürt wohl, dass etwas nicht ganz so okay ist... Immer mehr wurde sie ihm sympathischer. „Ich hätte gerne noch ein kleines Wasser und einen kleinen Salat, bitte. Und eine heiße Schokolade klingt gut – zwei wären wirklich schön, ebenso der Brownie . Ebenso zweimal wäre lieb.“ Er lächelte sie ebenfalls an und gab ihr zu verstehen, wie dankbar er ihr wahr. Denn unbewusst oder bewusst hatte auch sie sich so gestellt, dass sie einen Moment zusammen Lisias diesen hundertprozentigen Schutz gaben. Nur für einen Augenblick – aber dieser war es wert. Die Bedienung nickte  lächelnd, notierte es sich und wartete, bis Lisias sich eventuell noch etwas zu essen bestellte, ehe sie wieder nach hinten verschwand. Heiße Schokolade und Brownies in diesem Imbiss – vermutlich hatte sie ihnen gerade Optionen genannt, die so nie zur Verfügung standen. Die sie aber aus einem reinen Herzen heraus anbot und dafür in die tiefsten Kisten des Personalraums gewiss griff. Was für eine gutherzige Frau... Denn er hatte auch nirgendwo gelesen, dass es diese beiden Sachen heute speziell im Angebot gab. Sein Blick glitt zu Lisias, sah er ihm sanft in die Augen. „Ich wollte dich sehen, bevor ihr weiter fahrt...oder was nun auch immer, das ist schon ein wichtiger Punkt. Aber ich habe auch was für dich...“ Nun entschränkte er auch ihre anderen Hände um in seine Hosentasche zu fassen, aus der er einen kleinen Pokéball beförderte. „Das ist...mein sehr, sehr nachträgliches Valentinstagsgeschenk für dich. Es ist mir damals zugelaufen und...es kam mir einfach so passend für dich vor, weißt du? Dass es einfach zu dir gehören muss...“ Mal sehen, ob Lisias das auch so sah, sobald er das kleine Pokémon – ein männliches Vulpix – befreit hatte.

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