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 Castiel "Cas" Alvarez

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Castiel Alvarez

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BeitragThema: Castiel "Cas" Alvarez   So Jul 26, 2015 5:08 pm



Castiel „Cas“ Alvarez
Driving me wild!



Who I am
... and who I wanna be.


Die Tür ging auf und eine junge Frau mit fast schulterlangen dunkelbraunen Haaren betrat den Raum. Castiel konnte dieses seltsame Lächeln auf ihren Lippen nicht deuten. Sie trug eine dunkle Jeans und eine rote Jacke. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass diese Person hier nicht diejenige war, die er erwartete – oder doch? „Hey, Castiel – oder soll ich Elias schon sagen?“ Ein leises Lachen entwich ihr, ehe sie sich direkt vor ihm hinstellte. In ihrer Hand hielt sie einen kleinen Block und einen Stift. „Ich bin Gwin und wir beide werden jetzt ein kleines Spiel spielen. Ein Frage und Antworten Spiel.“ Ein leichtes Grinsen umspielte ihre Lippen.
Castiel blinzelte verwirrt. Diese Frau schien viel zu wissen, sehr viel – vielleicht sogar zu viel. Das war doch seltsam! Eigentlich war er nur für ein Interview hier und nun sprach sie von „Frage-und-Antwort-Spiel“. Ein nervöses Gefühl machte sich in ihm breit, er wusste nicht ganz, was ihn nun erwarten würde. „Ich glaube, ich mag diese Frau jetzt schon. Die wird dich richtig schön ärgern“, sagte die hämische Stimme in Cas' Kopf. Ein leises Seufzen entglitt seinen Lippen. Er wollte Elias nicht antworten, ansonsten würde ihn diese Gwin nur für verrückt halten – was er ja auch definitiv war, aber spielte das hier eine Rolle? „Sagen Sie einfach Castiel“, meinte er dann nur knapp. Sein Blick blieb an ihr hängen, darauf wartend, dass sie wieder ihre Stimme aufnahm.
Das Grinsen wurde immer breiter, als sie die Gedanken von Castiel, als auch die von Elias hörte. Wie schön es doch war, dass einer von beiden sie schon mochte; wenn auch anscheinend nicht derjenige, mit dem sie jetzt hier sprach. „Gut, Castiel, aber das 'du' halten wir auch bei, ja? 'Sie' klingt so....ich fühle mich so alt....“ Kurz schüttelte sie den Kopf, ehe sie fortfuhr. „Na gut, fangen wir an. Nachdem ich hier eine Dinge klar gestellt habe. Nicht, dass ich hier einem falschen Spieler gegenüber stehe...“ Sie hob ihren Notizblock und trug vor, was darauf geschrieben stand. „Dein Name ist Castiel Alvarez, du selbst nennst dich aber auch gerne Elias, richtig? Cas wirst du auch gerne gerufen soweit ich weiß.“ Und wie viel sie von ihm wusste, doch das sollte er ja nicht wissen - noch nicht. „Geboren wurdest du am 28. Oktober 1986 und bist somit 18 Jahre alt. Dein Geschlecht -“ Sie musterte ihn kurz von oben bis unten. „-ja, eindeutig männlich. Das wären so die groben Fakten, die es über dich zu wissen gibt, oder habe ich etwas vergessen?“ Sie musterte kurz ihre Notizen. „Arbeit hast du ja nicht, da du immer noch in der Klapse sitzt, oder? Armer Junge, wirst du 'Die erfundene Wirklichkeit' jemals verlassen können?“ Sie seufzte leise, wendete sich dann aber wieder Castiel zu. Wegen ihm war sie ja hier. „Nun gut, die ersten beiden Fragen an dich: Deine Sexualität und deine Gesinnung würde ich gerne von dir wissen.“
Ein Stück weitete Castiel seine Augen. Woher wusste diese Frau all diese Sachen? Es waren zwar Fakten, aber diese Sache mit Elias hätte die Psychiatrie eigentlich geheim halten sollten. Oder galt die ärztliche Schweigepflicht jetzt nicht mehr? Elias empfand das alles wohl mehr als nur belustigend, denn ein leises Kichern ertönte in Castiels Ohren. Gwin konnte es nicht hören. Dass sie es aber doch irgendwie mit bekam, wusste er nicht – das war wahrscheinlich auch besser so. „Sie scheint so eine Art Hexe oder Guru zu sein, was? So eine Okö-Tussi, die in die Zukunft und Vergangenheit gucken kann“, der ironische Unterton Elias war nicht zu überhören. Nun wich ein leises Knurren aus Cas' Kehle. „Sei ruhig! Du nervst!“, fuhr er seine dunklere Hälfte an. Elias begann wieder nur zu Lachen. „Jetzt hast du dich verraten, Kleiner“, kicherte er, „Sie weiß, dass du mit mir redest. Jetzt bist du ein Vollpsycho, yay ~“
„Wer ist hier ein Vollpsycho?! Wenn dann bist das ja wohl du!“
„Ach ja? Du hast mich doch erschaffen, Castielchen-Bellchen.“
„Habe ich nicht! Du warst plötzlich einfach da!“
„War ich das?“
„Warst du! Ich-“
Gwin konnte nicht anders. Ein Lachen entwich ihr, als sie die Diskussion der beiden mit anhörte, die wirklich sehr unterhaltsam war. Das Elias sie als Hexe, oder gar Öko-Tussi bezeichnet hatte, interessierte sie herzlich wenig. Zwar hätte sie gerne dennoch etwas dazu gesagt, aber dann hätte sie sich selber verraten. Nein, dieses 'Gedankenlesen' wurde vorerst noch ihr Geheimnis bleiben. Es fiel ihr schwer, sich wieder zusammen zu reißen. „Entschuldige bitte, solche Lachanfälle habe ich manchmal, mach dir darüber keinen Kopf. Also, deine Antworten möchte ich bitte hören.“ Sie versuchte ernst zu bleiben, doch das Grinsen verschwand noch immer nicht.
Castiel hob eine Augenbraue und musterte Gwin irritert. „Guck mal, ist das nicht süß? Jetzt hast du eine Vollpsycho-Freundin ~“, stichelte Elias wieder nach, doch dieses Mal beschloss Castiel ihn einfach zu ignorieren, das war das Beste. „Kein Problem“, sagte er stattdessen einfach nur. Kurz schloss er seine Augen, und erinnerte sich daran, welche Frage ihm gestellt worden waren. Ach ja, seine Sexualität und Gesinnung... Er spürte, wie seine Wangen leicht zu brennen begannen. „I-Ich stehe nur auf Männer und Gesinnung...? Ich weiß nicht, neutral vielleicht?“, antwortete er dann knapp. Man sah sofort, dass er sich in seiner Haut nicht gerade wohl fühlte. Im nächsten Moment wurde Castiel doch plötzlich schwarz vor Augen. Mit einem Mal wurde das Grinsen des Jungen fies, beinahe sogar kaltblütig. Sogar seine blauen Augen, welche eben noch sanft und weich gewesen waren, wurden nun kühl. „Ach Quatsch redet der Kleine da. Er mag ja eine Schwuchtel sein, aber ich bin definitiv bi. Schwänze und Titten, immer mal her damit!“, sein Grinsen wurde für einen Moment anzüglich, ehe es wieder dem eines Massenmörders glich, „Und was meine Gesinnung angeht? Was meinst du wohl, kleine Öko-Tussi? Was würdest du denken, wenn ich dir jetzt deine Kehle aufschlitzen und dich dort aufhängen würde?“ Wieder stockte der Körper Castiels. Seine Züge wurden wieder weich, wie einige Moment zuvor. Sein Blick wirkte nun irgendwie traurig. „Es tut mir Leid, das war … Elias … Er ist das pure Böse …“, brachte Cas nur scheu hervor.
Es war ihm anzusehen, wie unangenehm ihm das war. Gwin allerdings hatte kein Mitleid; auf ihrem Gesicht wurde das Grinsen immer breiter. Ehe sie allerdings etwas zu seinen knappen Antworten, die ihr mal so gar nicht passten, sagen konnte, veränderte sich das ganze Wesen vor ihr. Leicht verdrehte sie die Augen. „Hey Elias, schön dich kennen zu lernen“, gab sie ihm nur zurück. Sie hatte keine Angst vor ihm, machte ihm das auch deutlich. „Kleine Öko-Tussi, also bitte. Die Hexe hat mir da doch besser gefallen...“ Upps, jetzt hatte sie sich verraten. Doch eine Reaktion konnte nicht mehr folgen, denn schon saß ihr Castiel wieder gegenüber. Genau, mit dem hatte sie ja auch noch ein Hühnchen zu rupfen. „So mein Lieber. Mit deiner Aussage – und auch Elias – kann ich leben; zumindest was die Gesinnung angeht. Aber du, und auch er, haben wir noch mehr zum Thema Sexualität zu sagen. Rubin – sagt dir der Name was?“ Ihre braunen Augen funkelten vor Spannung, was nun kommen würde.
Nun blinzelte Castiel verwirrt. Interessierte es Gwin gar nicht, warum Elias so … seltsam war? Nein, das tat es tatsächlich nicht. Sie wollte nur wissen, was zwischen ihm und Rubin war. Als sie den Namen seines Freundes erwähnte, schoss ihm sofort das Bild des Rothaarigen vor das innere Auge. Sein Blick wurde abwesend, er geriet ins Schwärmen. Jedoch holte er sich selbst sofort zurück in die Realität. „Ich mag ihn sehr, wieso?“, gab er dann nur knapp zur Antwort.
Sie konnte diesen verträumten Blick sehen, hoffte auf eine schöne Antwort. Und dann bekam sie so etwas zu hören - eine Frechheit. Mit einem gespielt genervten Seufzen schüttelte sie nur den Kopf. „So kommen wir nicht weiter. Elias? Würdest du mir bitte eine ausführlichere Antwort bezüglich Rubin geben?“
Castiel schüttelte nur den Kopf. „Das wird er nicht“, gab er einfach zurück. Selbst Elias war nun ganz still – eine sehr ungewöhnliche Situation. Doch auch er hatte tiefere Gefühle für den Rothaarigen – Gefühle, die er nicht haben wollte. Deshalb konnte er auch nichts dazu sagen. Cas wusste das nur allzu gut.
Sie hatte ihre Antwort bekommen, denn Elias Schweigen und die Gedanken Castiels waren genau das, was sie wissen wollte. Für einen Moment verwandelte sich ihr Grinsen in ein sanftes Lächeln. „Danke ihr beiden.“


Look me in the eye
... and tell me what do you see.


Gwin räusperte sich etwas und wendete sich wieder ihren Notizen so. „Wieder ein paar Fakten hier über...euch.“ Kurz schielte sie zu Castiel, sah dann aber wieder auf ihren Block. „Also, Cas – ich darf doch Cas sagen?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, sprach sie einfach weiter. „Du bist 1,80 Meter groß und wiegst 71 kg – korrekt? Deine Haare sind schwarz und deine Augenfarbe blau. Wenn etwas nicht stimmt, kannst du mich gerne verbessern.“ Wieder wartete sie kurz, ließ dann ihren Block sinken und musterte die Person vor sich. „Nun bist du wieder dran, Castiel – oder auch Elias. Was habt ihr für Besonderheiten?“
Alles, was Gwin da von sich gab, stimmte. Dass sie nun auch sein genaues Gewicht und seine Größe wusste, wunderte ihn nicht. Deshalb nickte er einfach nur, um ihre Angaben zu bestätigen. Doch plötzlich sprach sie von Besonderheiten. Castiel zog erneut seine Augenbraue in die Höhe, gerade als er etwas erwidern wollte, hörte man plötzlich Stimmen aus dem Off. Eine der beiden waren hoch und schrill. „Rubin, komm jetzt mit!“, schrie sie ein paar Oktaven zu hoch. Diese Stimme... Castiel kannte sie doch?! Und Rubin...? Was machte er hier? Wurde das jetzt etwa so eine Aktion wie bei Rubins Interview? Oh nein... das konnte nicht gut enden! Cas' ungutes Gefühl bestätigte sich, als plötzlich Aki mit Rubin durch die Tür platzte. Ein breites Grinsen zierte ihre Lippen. „Hi.“
Rubin hätte weglaufen können. Genau in dem Moment, als Aki die ganze Gruppe begrüßte. Seit seinem Interview war diese Frau ihm mehr als nur unsympathisch. Die Tatsache, dass sie ihn mit Nacktbildern seines festen Freundes bestochen hatte, machte das Ganze hier nicht unbedingt besser. Ehe er aber fliehen konnte, erhob Gwin die Stimme. „Kommt doch rein, ihr zwei. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn wir reden gerade über die Besonderheiten, was Castiels Aussehen anbelangt. Oder viel mehr seinen Körper...“ Rubin gab ein leises Knurren von sich. Ihm gefiel nicht, was hier gerade ablief. Vor allem passte es ihm nicht, wie die zwei jungen Damen sich angrinsten. Er wurde das Gefühl nicht los, dass sie sich beide gegen Castiel und ihn verschworen hatten.
Castiels Blick blieb an Rubin hängen. Ihre Blicke verschmolzen für einen Moment. Dieser Augenblick war nur gefüllt von dieser kitschigen Zweisamkeit, wie man sie aus schlechten Filmen kannte. Doch Cas interessierte es nicht, sein Herz machte Luftsprünge. Das tat es immer, wenn er Rubin sah. Dann wandte er jedoch seinen Blick – wenn auch mit schwerem Herzen – den beiden Frauen zu. „Ich werde mich nicht ausziehen“, verkündete er mit fester Stimme, machte so seinen Standpunkt klar. Doch etwas in ihm schien gegen diesen Standpunkt zu sein – dieses Etwas trug den Namen „Elias“. Wieder veränderte sich Castiels Mimik – sein anderes Ich hatte die Kontrolle. „Ich aber“, sagte er nur grinsend und zwinkerte Rubin aufreizend zu, während er langsam sein Shirt hochzog. Seine Bewegungen waren geschmeidig, hatten etwas Anziehendes. Elias' Blick galt aber nicht den beiden Frauen, welche immer breiter grinsten, sondern nur Rubin – dem Objekt seiner Begierde.
Im ersten Moment atmete Rubin erleichtert aus, als Castiel es ablehnte sich auszuziehen. Ehrlich gesagt hatte er auch keine andere Reaktion seines Freundes sich vorstellen können. Ehe er aber die beiden Frauen siegessicher angrinsen konnte, vernahm er eine Stimme, die er auch nur zu gut kannte, die aber - mehr oder weniger - nicht seinem Freund gehörte. Er weitete die Augen als Elias anfing sich auszuziehen. Diese Bewegungen, dieser Blick - Rubins Atmung beschleunigte sich und seine Hose kam ihm mit einem Mal viel zu eng vor. 'Nein, nicht jetzt...', schoss es ihm durch den Kopf und mit Mühe wendete er den Blick ab. Das er nun hier vor allen so auf diese Showeinlage reagierte, passte ihm gar nicht. „Zieh... dich wieder an...“, zischte er. Zuerst einmal, weil niemand sehen sollte, wie sein Freund nackt aussah. Und zum anderen, weil es die Frauen nichts anging, das Castiel auf dem Rücken eine Narbe hatte, die aus düsteren Zeiten seiner Vergangenheit stammten.
Elias zog eine Schnute. Er hatte doch genau gesehen, wie Rubin das gefallen hatte! Und jetzt zögerte er einfach? Das fand er gar nicht toll, doch er zog sein Shirt wieder herunter. Aki sah mindestens genau so enttäuscht aus wie Elias. So nahm sie Rubin bei der Hand und zog ihn mit, aber nicht, ohne ihm bitterböse Blicke zu zu werfen. „Wir gehen!“, schnaubte sie und knallte die Tür hinter sich zu.
Gwin schüttelte nur den Kopf, sah Aki und Rubin nach, ehe sie sich zu Elias umdrehte. „Du kannst bitte wieder Castiel freigeben, Rubin ist nicht mehr da...“ Sie hatte genug Antworten bekommen, sodass sie sich ein paar Notizen machte, während sie darauf wartete, dass Castiel wieder ihr gegenüber saß um fortfahren zu können. Elias schnaubte nur. Das verlief hier alles überhaupt nicht nach seinem Geschmack! Fast eingeschnappt gab er Cas wieder frei, der nur schwer seufze.


Nobody is perfect
Am I "nobody"?


Ihr war nicht entgangen, wie wenig es ihrem Gegenüber – eher Elias als Castiel – in den Kram zu passen schien, was hier passierte. Aber sie musste weiter machen, egal was auch noch kommen würde. „Würdest du mir etwas darüber erzählen, wie es in deinem Inneren aussieht? Ich meine deinen Charakter... Wie würdest du dich selber beschreiben, Castiel? Dich und auch Elias...“ Gespannt und ruhig sah sie ihn an, wartete ab.
Castiel weitete seine Augen. Warum wollte sie das denn jetzt wissen? Wofür war es wichtig? Ein Seufzen entfuhr ihm. Das war nun wirklich nicht einfach. Er wusste nicht mal richtig, wie er anfangen sollte. Eine Weile lang war es einfach nur still, dann verfinsterte sich seine Miene plötzlich. Elias hatte Cas' Schweigen zu lange gedauert, deshalb wollte er nun einfach das Ruder in die Hand nehmen – und wer kannte Castiel besser als er? Niemand, genau!
„Gut, kleine Okötussi, ich fass mich aber nur kurz. Cas wirkt nach außen hin ziemlich verschlossen, aber hey – oh Wunder! Das ist er gar nicht. Er ist nur einfach still, auf die meisten hat er irgendwie keine Lust, und redet deshalb nicht wirklich viel mit ihnen. Kann man ihm das verübeln? Er redet auch nicht viel über sich selbst und schon gar nicht über seine Vergangenheit. Somit ist er das sprichwörtliche „Buch mit sieben Siegeln“. So hieß das doch, oder? Ach, was weiß ich, beim Unterricht habe ich nie aufgepasst, das habe ich immer schön Cas überlassen ~“, begann Elias seine freundliche Seite vorzustellen, „So jetzt kommt der widerliche Teil: Trotz allem ist Cas ziemlich warmherzig und auch freundlich, leider. Meistens aber zum Glück nur zu Rubin, doch auch bei anderen kann er sich manchmal nicht zurückhalten. Das ist so was von nervig!“ Er rollte kurz mit den Augen. „Cas ist eigentlich auch im Grunde immer ehrlich. Niemals würde er etwas sagen, was er nicht auch so meint, dennoch hält er sich mit Dingen zurück, die andere verletzten könnten – ganz anders als ich. Echt mal, Cas, was ist eigentlich dein Problem?“
Ein Schnauben Castiels folgte, was jedoch nur Elias hören konnte. Das war jedoch schon Antwort genug. Elias musste grinsen. Er liebte es einfach, wenn er den Kleinen auf die Palme bringen konnte! „Also, wo war ich? Ach ja! Castiel ist ziemlich beeinflussbar, da sein Herz oft zwischen dem Licht und der Dunkelheit schwankt, dennoch hat er dazu gelernt und weiß solche Beeinflussungen oft schon im Keim zu ersticken – nur mich wird er nicht los. Haha! Mh... Über seine Gefühle redet Cas auch nicht so gerne. Er behält es lieber für sich, wenn ihn etwas stört oder er verletzt ist, da es ihm schwer fällt, so etwas in Worte zu fassen. Zudem lebt in ihm einen stetige Angst, dass man ihn verletzen könnte, wenn er genau sagt, was er denkt. Im Grunde will er einfach niemanden zu nahe an sich heran lassen, auch wenn das alles nicht gerade immer einfach macht. Eigentlich ist er für seine ganzen Komplexe aber schon recht starke Persönlichkeit, finde ich“, damit beendete Elias seinen Vortrag. Bei den letzten Worten sah er Gwin nicht mehr an, sondern sein Blick fiel für einen Moment ins Leere. Dann hellte sich seine Miene wieder auf – Cas war zurück. Dieser sah nachdenklich drein. Diesen Vortrag den Elias über ihn gehalten hatte... Er wusste gar nicht, dass dieser so über ihn dachte. Doch er wollte nicht zeigen, was in ihm vorging. Nun war sowieso er dran, über Elias zu sprechen.
Castiel räusperte sich leise, ehe er zu sprechen begann: „Okay, also Elias, mh… Er ist schwierig, noch schwieriger ist es aber, ihn zu beschreiben. Also, wie du weißt ist er mein zweites Ich, eine Persönlichkeit, die mein Unterbewusstsein zu meinem persönlichen Schutze geschaffen hat. Deshalb ist er wie ich, aber wohl irgendwie auch doch nicht. Elias kann sehr sehr mürrisch sein – im Gegensatz zu mir. Wenn er etwas nicht machen möchte, tut er es auch nicht. Gut, das ist vielleicht nicht nur seine mürrische Ader, sondern auch noch sein Dickkopf der dabei mitschwingt. Es ist unglaublich, wie stur er manchmal sein kann. Sein Herz ist definitiv mit Dunkelheit gefüllt, und man würde auch nie auf die Idee kommen, zu denken, dass er auf der Seite des Lichts steht. Auch wenn man es vielleicht nicht glauben mag, er hat eine richtig sanfte Seite. Manchmal hab ich das Gefühl, dass er diese allerdings nur mir zeigt. Bei anderen neigt er immer mehr dazu, unfreundlich zu werden. Dabei kommt auch wieder mehr seine mürrische Seite zum Ausdruck. Außerdem scheint er es zu lieben, wenn er sich über andere lustig machen kann und diese dann entweder wütend werden oder sogar weinen. Höflich ist er nicht wirklich, auch wenn er so erzogen wurde, schließlich hat er die gleiche Erziehung genossen wie ich. Außerdem ist er sehr, sehr ehrlich. Im Grunde nimmt er eigentlich keine Rücksicht auf die Gefühle anderer, was ich schon ein wenig bewundernswert finde. Allerdings kann er so auch zu mir sehr verletzend sein und so streiten wir uns auch ständig, das ist echt nervig.. Um noch mal auf die Dunkelheit seines Herzens zurück zu kommen, es gibt da noch eine Seite an Elias, die ich gar nicht leiden mag. Er neigt manchmal dazu, sich darüber zu freuen, wenn andere leiden. Das hat schon teilweise etwas Psychotisches. Manchmal habe ich das Gefühl, er ist der mit dem psychischen Knacks und nicht ich. Es kommt mir fast so vor, als würde in ihm ein Monster hausen, welches er nicht einmal zu unterdrücken versucht, und auch manchmal gerne seine Macht genießt. Mehr denke, ich habe ich zu ihm nicht zu sagen...“ Dann wurde er wieder still und überließ Gwin das Reden.
Diese war für einen Moment erst einmal still, hielt sogar den Block und ihren Stift nur ruhig fest. Es erschien ihr falsch, jetzt sofort etwas zu sagen, sodass sie ruhig blieb und ihren Gegenüber für einen Moment nur ruhig mit ihren braunen Augen musterte. Sie ließ ihm Zeit, denn es war ihr nicht entgangen, wie sein Blick nach Elias Vortrag für einen Moment leer geworden war. So verstrichen ein paar Sekunden, bis sie sich vorsichtig räusperte. „Wenn du bereit bist, würdest du mir dann deine Vorlieben und Abneigungen verraten?“ Immer noch ruhte ihr Blick auf ihm – wachsam und vorsichtig. Castiel blinzelte. Vorlieben und Abneigungen? Gott, diese Frau fragte Sachen.... Ein Seufzen entfuhr ihm. Er hatte plötzlich das Gefühl, dass das hier noch ganz, ganz lange dauern würde. Vielleicht sollte er es einfach schnell hinter sich bringen? „Also gut... Ich interessiere mich sehr für Astronomie. Schon seit ich klein bin, faszinieren mich die Sterne einfach. Außerdem liebe ich es, die Sterne zu beobachten.“ Das war jetzt vielleicht nicht sonderlich viel, aber musste das nicht ausreichen? Ein Seufzen seitens Elias folgte. „Gott, bist du ein Langweiler, Cas! Willst ihr denn gar nicht sagen, dass wir beide total auf Sex stehen?“ Als Cas diese Worte hörte, hätte er wohl entrüstet Wasser aus seinem Mund ausgespuckt, wenn welches da gewesen wäre. Seine Wangen färbten sich deutlich rötlich. So etwas... nein, so etwas konnte er nun wirklich nicht sagen! Es war zwar kein Geheimnis – besonders für seinen Geliebten Rubin nicht –, aber dennoch... So etwas laut auszusprechen verstieß irgendwo gegen seine Erziehung. Nein, das konnte er wirklich nicht.
„J-Jedenfalls mag ich noch gerne weiße Schokolade, beendete Cas dann den ersten Teil seiner Erzählung, woraufhin Elias angewidert zu stöhnen begann. „Kleiner... ist das dein Ernst?! Du weißt genau, wie widerlich ich das finde... Gott, manchmal würde ich dich echt gerne aufspießen, wenn du so was sagst. Wann kapierst du endlich, dass ich für Zartbitterschokolade töten könnte?! Iss gefälligst mehr davon!“ Castiel schüttelte den Kopf. Nein, nein, nein! Auf diese Diskussion würde er sich jetzt nicht einlassen. Das würde viel zu lange dauern. Solch eine Diskussion konnten Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern. Vor etwa einem Jahr hatten es die beiden mal geschafft, diese Diskussion ganze zwei Wochen täglich wieder aufzugreifen. Das grenzte schon fast an einen Rekord. Kraftlos sank der Schwarzhaarige in seinem Stuhl zurück. Er versuchte sich zu erinnern, was das Mädchen noch von ihm gewollt hatte. Ach ja, „Abneigungen“ waren es gewesen, nicht wahr?
„Mh, Abneigungen... Also, ich, oder besser wir, hassen Pilze und ja, wir beide können es null leiden, wenn jemand unter der Dusche singt und das dann auch noch schief! Das geht mal so gar nicht... Bei Kitschfilmen bekommen wir beide das Grauen... und ja, ich glaube das war's(?).“ Mehr Interessantes hatte er nicht auf Lager. Moment... das war eigentlich auch schon nicht interessant, aber sie hatte es ja hören wollen. Also war es für diese Gwin wohl doch irgendwie wichtig. „Du hast was vergessen, Kleiner“, kam es dann plötzlich von Elias Seite. „Und was sollte das bitte sein?“, gab Cas verwirrt zurück. Es war ziemlich egal gerade, dass er sich mit der Luft unterhielt. Gwin schien von Elias zu wissen, also konnte er es auch genau so gut sagen. „Du hasst es, wenn du deinen Willen nicht bekommst, zum Beispiel wenn Rubin mal nicht mit dir schlafen kann, will, whatever“, man konnte Elias zwar nicht sehen, doch dieses fieses Grinsen, welches er im Gesicht trug, konnte man sich doch leibhaftig vorstellen. Castiel biss die Zähne zusammen. Okay, da hatte Elias Recht, DAS hasste er wirklich! Doch er wollte nicht darauf eingehen, sonst wäre es wieder so eine elendig lange Diskussion darüber geworden, warum der eine Zartbitterschokolade hasste, und warum der Andere weiße Schokolade zum Kotzen fand.
Belustigt beobachtete Gwin, wie die beiden Streithähne sich unterhielten. Ihre Augen funkelten leicht vor Freude auf, da sie ja das gesprochene als auch das gedachte hören konnte. Wenn die beiden nur wüssten, aber sagen würde sie es immer noch nicht, das würde sie am Ende erst noch tun. Langsam, ganz langsam nickte sie zwischendurch, machte sich ab und an Notizen und sah wieder zu Castiel und – mehr oder weniger – Elias. „Danke, jetzt noch deine Stärken und Schwächen, ja? Pardon – eure Stärken und Schwächen.“ Dieses Mal war sie nicht so vorsichtig wie bei der Frage davor, sondern grinste schon fast diebisch über beide Ohren. Castiel legte seine Hand an die Stirn. Noch mehr so dämliche Fragen... Langsam hatte er wirklich keine Lust mehr. Elias schien es wohl genau so zu gehen. So übernahm er einfach den Körper, in dem er auch hauste. Castiels Miene verfinsterte sich, wurde von Schatten überzogen. Daran merkte man sofort, mit wem man eigentlich sprach.
„Da ich langsam keinen Bock mehr auf dich hab, Okötussi, fasse ich mich mal kurz.“ Irgendwie hatte man heute das Gefühl, dass Elias es andauernd sagen würde, und dann dennoch einen halben Roman erzählte. „Cas' Stärken sind einfach gesagt: Er ist äußerst intelligent, kann gut komplexe Dinge nachvollziehen, außerdem ist er willensstark und warmherzig – auch, wenn mir Letzteres mehr als nur widerstrebt. Ich meine... ist das nicht total widerlich, wie freundlich er manchmal ist?! Da bekomme ich das große Kotzen! … Ach ja, was ich noch vergessen hab: Gut backen kann er auch.“ Man bemerkte sofort, dass Elias nicht noch mehr zu diesem Punkt sagen wollte. Und Schwächen? Nein, davon würde er erst gar nicht anfangen. Niemand durfte wissen, wie empfindlich Castiel auf seine Vergangenheit im Bezug auf Takumi reagierte, oder wie groß seine Schwäche für Rubin war – und ja, noch viel weniger sollte man wissen, dass sogar Elias seine Schwächen und Stärken teilte. Abgesehen von dem Punkt, dass er freundlich war. Das war er gewiss nicht. Bei ihm zählte stattdessen wohl noch als Stärke, dass er so stark war. Vielleicht nicht im körperlichen Sinne, da er genau die gleichen Kräfte wie Castiel besaß – doch seine Seele war stärker. Langsam hellte Castiels Gesicht wieder auf. Der Kleine war zurück. Er sagte nichts zu dem, was sein anderes Ich gesagt hatte. Stattdessen wollte er noch ein bisschen auf die Schwächen eingehen, da Gwin wohl sonst nach bohren würde. „Zu meinen Schwächen zähle ich eigentlich nur, dass ich an Asthma und an einer Wal- und Haselnussallergie leide“, sagte er in der Hoffnung, dass sich Gwin damit zufrieden geben würde.
„Ich habe mir die Fragen nicht ausgesucht, Elias“, zischte sie leise zurück, da sie diesen Spitznamen langsam mehr als nur satt war. Himmel noch mal, sah sie wirklich so aus? Sofort beruhigte sie sich wieder, zumindest teilweise, als sie dann ihre Antwort bekam. Doch erst als Castiel ihr wieder gegenüber saß, wurde ihre Miene wieder sanft. Sie nickte wieder, als Zeichen, dass so alles in Ordnung war, ehe sie sich Notizen machte. „Zwei kleine Sachen habe ich noch, dann habt ihr erst einmal Pause in der ihr vor die Tür gehen dürft – aber keinen Rubin besuchen“, fügte sie hinzu, bevor sie das vorlas, was auf dem Notizblock stand. „Vor der Pause brauche ich was ihr für bestimmte Verhaltensweisen habt und...“, sie machte eine kurze Pause ehe sie etwas leiser hinzu fügte: „...eure Wünsche und Ziele.“
Castiels Gesicht wurde erst traurig. Er durfte Rubin nicht sehen? Das gefiel ihm gar nicht. Sogar Elias murrte unzufrieden auf. Als sie die „Wünsche und Ziele“ jedoch erwähnte, klärte sich seine Miene auf. Ja, sie wurde sogar fast schwärmend. „Oh, ich hab ein ganz großes Ziel: Ich möchte Astronom werden! Das wünsche ich mir schon seit ich Klein bin! Du kannst dir aber gar nicht vorstellen, wie schwer das Studium ist... Ich hoffe, ich schaffe es trotz meiner momentanen … Lage … Ach und was meine Wünsche angeht: Darf ich ehrlich sein? Ich würde gerne Rubin heiraten.“ Castiels Wangen färbten sich rötlich. Bei dem Gedanken an seine eventuelle Hochzeit konnte er keinen klaren Gedanken mehr fassen, sondern nur noch an den Rotschopf denken. So ignorierte er auch unbewusst Gwins erste Frage. Gwin gefiel es irgendwo nicht, dass Castiel traurig aussah. Er war nicht ihr kleines Baby, aber dennoch hatte sie ihn lieb gewonnen; alleine schon, weil er ihr aufgedrehtes rothaariges Kätzchen mehr oder weniger im Griff hatte und zu ihm gehörte. Aber es durfte nicht sein, dass die beiden sich gleich sehen würden, sonst wäre dieses Interview jetzt schon beendet und darauf hatte Gwin keine Lust. Denn sie musste es zuende führen und es war eine Sache der Unmöglichkeit, Castiel – oder Elias – von Rubin wegzubekommen, alleine weil auch dieser sich quer stellen würde. Ehe sie sich aber erklären konnte, sah sie, wie Castiels Ausdrucks sich veränderte und schon schwieg sie. Während sie ihm zuhörte, breitete sich ein warmes Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Du wirst schon erreichen, was du dir erträumst und wünscht...“, versuchte sie ihn aufzubauen und meinte ihre Worte ernst. Ja, sie hoffe wirklich, dass er das schaffte, denn er hatte es verdient. Da sie jetzt noch sein Lächeln nicht zerstören wollte, behielt sie es für sich weiter nach der Besonderheit zu bohren. Denn von Aki wusste sie, dass Castiel so empfindlich auf den Namen 'Takumi' reagierte, wie ihr Rubinchen auf den Namen 'Rubina'. So nickte sie nur knapp.



All the years
... which have passed by.


Ihren Block und Stift hatte Gwin zur Seite gelegt, ihr Blick hielt den von Castiel fest. „Kannst du mir etwas zu seiner Familie sagen, Cas? Und weiteren wichtigen Personen wie...Rubin?“ ‚Oder Takumi...’, doch den Gedanken sprach sie nicht aus.
Oh, das klang doch mal definitiv nach einem einfachen Punkt. Den hatte Castiel wohl schnell beantwortet. Schließlich hatte er, was dieses Thema anging, nichts zu verschweigen. „Klar“, ein Lächeln seinerseits folgte, „Also meine Mutter trägt den Namen Maria Alvarez. Den trug sie schon immer. Sie ist Spanierin, 41 Jahre alt und arbeitet als Sekretärin in einer großen Firma. Meine Eltern sind nicht verheiratet, deshalb trägt mein Vater auch noch immer seinen Geburtsnamen Jun Itoe. Im Gegensatz zu meiner Mutter ist er Japaner, 44 Jahre alt und ist als KFZ-Mechaniker beschäftigt. Ich mag sie beide eigentlich sehr, sie haben sich immer viel Mühe mit mir gegeben – und sogar auch jetzt noch, wo ich in der Klapse sitze.“ Über seine Eltern zu sprechen fiel dem Jungen nun wirklich nicht schwer. Eigentlich hätte er auch über den Grund für das Erscheinen Elias sprechen müssen, doch auf diesen Gedanken kam Cas gar nicht. Wieso sollte er auch über Takumi Mashima sprechen? Dieser Typ... hatte ihm nichts Gutes getan, ein Jahr lang hatte er ihn so gequält, bis Castiels Unterbewusstsein eine andere Persönlichkeit hatte bilden müssen, um sich selbst vor diesem kompletten Kollaps zu schützen. Außerdem war er eh ermordet worden, wobei niemand je genau herausfand, wer der Täter gewesen war... Einzig und alleine Elias wusste es, doch dieses Wissen teilte Cas nicht mit ihm. So schwand sein Lächeln auch nicht. Er sollte noch über Rubin(a) Harper sprechen... Gwin wusste doch, dass die beiden ein Paar waren. War sie denn mit diesem Wissen nicht zufrieden? Sollte er ihr etwa vorschwärmen, wie sehr er dem Rotschopf verfallen war, wie sehr er ihn vergötterte? Sollte er ihr weiß machen, wie sehr er ihn liebte, wie schnell sein Herz für ihn schlug? Nein, das alles würde er für sich behalten. „Ich hab doch schon gesagt, ich mag ihn sehr, oder etwa nicht?“, gab er stattdessen nur grinsend zurück.
Aufmerksam hörte sie ihm zu; seinen Worten und seinen Gedanken. Das Lächeln lag immer noch auf ihrem Gesicht, da sie ihm ansah, wie er anscheinend gerne über seine Eltern sprach. Vor allem sein Grinsen zu Rubin war für die Dunkelhaarige Antwort genug. Ein leises Lachen entwich ihr. „Ja, das hast du, aber ich hätte ja versuchen können, dass du noch mehr zu ihm sagst...“ Wieder lachte sie auf, ehe sie dann mit einem Schlag ernst wurde. „Jetzt kommen wir zu einem Teil, der vielleicht nicht nur positiv ist... Aber wenn du das geschafft hast, lasse ich dich gehen und du darfst endlich zu Rubin, ja?“ Kurz musterte sie ihn, dann fuhr sie fort. „Was ich jetzt von dir hören möchte, ist deine bisherige Lebensgeschichte...“

Seine Lebensgeschichte? Na wunderbar! Erst dachte er, dass es jetzt nur noch bergauf gehen könnte, doch dann folgte so etwas. Sollte er ihr alles erzählen? Nein, er würde es nur im Groben anreißen. Den Rest ging Gwin gar nichts an. Nicht, was mit Takumi war, nicht wie Elias entstanden war – nichts von alle dem.
„Geboren wurde ich am 28. Oktober 1986 in einem kleinen Krankenhaus in Tokio. Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass meine Geburt etwa sechs Stunden gedauert hat. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie schmerzhaft und anstrengend das gewesen sein muss. An die ersten Jahre erinnere ich mich nicht, aber ich habe ganz normal wie jeder andere auch krabbeln, sprechen und dann laufen gelernt. Babies lernen ja intuitiv, wenn ich mich nicht irre? Mh, meine Kindheit war eigentlich ganz normal. Mit drei Jahren bin ich in den Kindergarten gekommen und mit sechs wurde ich eingeschult.“ Cas wusste nicht genau, ob es das war, was Gwin hören wollte, doch das war seine bisherige Lebensgeschichte. Was anderes sollte er ihr also erzählen? „Schon früh habe ich bemerkt, dass ich mich sehr für den Weltraum interessiere. So hab ich schon als kleines Kind mir Dokumentationen darüber angesehen, auch wenn ich kein einziges Wort verstanden habe. Wie ich ja schon gesagt habe, möchte ich Astronom werden. Dieser Wunsch entstand zu jener Zeit – auch, wenn er da noch etwas anders aussah. Ich wollte einfach gerne den Weltraum bereisen und diese unendlichen Weiten sehen. Erst später wurde mir klar, mit viel Arbeit das verbunden ist, aber davon lasse ich mich nicht aufhalten.“ Wie immer, wenn er über seinen Traum sprach, stand ihm ein breites Lächeln ins Gesicht geschrieben. Oh ja, er wusste schon immer, was er werden wollte. Er würde seinen Traum auch weiterhin verfolgen, auch wenn ihm so viele Steine in den Weg gelegt wurden. Davon wollte er sich nicht stoppen lassen.
„Mir wurde schon früh eine Menge Intelligenz zugesprochen, deshalb hab ich auch eine Klasse übersprungen. So war ich schon ein Jahr zu früh in der Mittelschule. Dort habe ich…“ In diesem Moment stockte Cas. In dem ersten Jahr seiner Mittelschulenzeit hatte er Takumi Mashima kennengelernt. Doch das konnte er Gwin nicht erzählen, nein, niemals! Aber er wusste genau genau, wie geblendet er von dem Aussehen Takumis war. Das war die erste Zeit, in der er dachte, schwul zu sein. Irgendwie freundeten die beiden sich an, obwohl Cas ein Jahr jünger war als er und auch nur ein Halbjapaner. Doch niemanden schien es zu stören. Man konnte fast schon sagen, dass dies die glücklichste Zeit in Castiels Leben war. Doch es kam sogar noch besser: Takumi stahl ihm eines Tages seinen ersten Kuss und offenbarte ihm seine Gefühle. Castiels erste Verliebtheit war in den ersten Wochen sehr schön – wie eine frische Beziehung eben war. Doch nachdem die beiden das erste Mal miteinander geschlafen hatten, änderte sich alles schlagartig. Takumi wurde eifersüchtig, so eifersüchtig, dass er seinen Freund ständig im Auge behielt. Er wollte ihn kontrollieren, besitzen, wollte; dass er willenlos sein war. Wenn Castiel ihm nicht gehorchte, griff er auch zu anderen Mitteln. Er schlug ihn, quälte seine Seele mit Worten.
Castiels Gesicht wurde bleich. Oh ja, er erinnerte sich viel zu gut an diese Zeit. Sein Glück wurde einfach ins Schwarze getaucht, sein Leben wurde von der Finsternis einfach eingenommen. Zu dieser Zeit bemerkte er schon immer diese seltsame Stimme in seinem Kopf, die einfach da war und keinen Namen hatte. Sie riet ihm zur Vorsicht. Cas dachte, dass er langsam verrückt wurde. Nur Takumi konnte daran schuld sein. Ja, diese Stimme hatte Recht: Er musste Schluss machen. Gesagt, getan – doch Takumi passte es nicht in den Kram. Lieber riss er ihn an sich, wollte ihn einfach nehmen und gefügig machen. Doch diesem Etwas, was in Castiel plötzlich anders war, gefiel es gar nicht. Was danach passierte, daran kann Cas sich nicht mehr erinnern – Elias aber dafür umso besser. Das war der erste Kontakt, den er mit der Außenwelt hatte. Er setzte Castiels körperliche Kräfte so geschickt ein, dass er Takumi zu Boden rammte. Elias zögerte nicht lange und brach diesem Arschloch mit einem gezielten Tritt sein Genick. Takumi war sofort tot. Als Cas wieder zu sich kam, konnte er sich an nichts erinnern. Dennoch kam raus, dass Castiel den Japaner getötet hatte. Da es jedoch als Notwehr angesehen wurde, kam er ungeschoren davon. Doch er war verstört, so verstört, dass seine Eltern ihn in eine Klinik einwiesen.
„Ich… in meiner Oberschulzeit tauchte Elias auf… Das sorgte dafür, dass ich in die Psychiatrie ‚Die erfundene Wirklichkeit’ kam. Dort lernte ich Rubin kennen und lieben“, fügte er langsam hinzu als er sich wieder beruhigt hatte. Ja, das Treffen auf Rubin war wohl so das Beste, was ihm hätte passieren können. Der Rotschopf konnte ohne Probleme sein Herz erobern. So verliebte er sich relativ schnell in ihn. Anfangs war es für Rubin nur Sex ohne Liebe – zumindest wirkte es für Cas so. Doch irgendwann sah auch der Rotschopf ein, dass er in ihn verliebt war. Nun sind sie seit etwa 1 ½ Jahren zusammen und Cas wünscht sich nichts mehr, als das, dass das so bleibt.

Gwin nickte verständnisvoll. Zu alle dem wollte sie nicht wirklich etwas sagen. Castiel hatte schon genug durchgemacht, in dem er an seine Vergangenheit erinnert wurde. So sagte sie nur: „Danke, Cas. Du kannst jetzt gerne zu Rubin.“ Das ließ sich Cas nicht zwei Mal sagen. So stand er sofort auf und lief zur Tür hinaus – direkt in die Arme seines Geliebten.



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Castiel "Cas" Alvarez
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